Porsche 911 Turbo S: Es ist Zeit für Hybrid-Power

Turbo S – Wer bei diesem Namen keine Gänsehaut bekommt, dem ist nicht mehr zu helfen. Sicher, wir erinnern uns alle noch mit feuchten Augen an den 993er Turbo mit seinen sensationellen Hintern, doch Porsche hat seither kein bisschen nachgelassen – im Gegenteil. Und so präsentieren uns die Schwaben nun die aktuellste Version in Form des 911 Turbo S 992.2 und legen in allen Belangen nochmal tierisch nach.

Mit einer Systemleistung von 711 PS ist der neue 911 Turbo S der leistungsstärkste Serien-Elfer aller Zeiten. Sein maximaler Drehmomentwert von 800 Nm steht über ein breites Drehzahlband von 2.300 bis 6.000 U/min hinweg zur Verfügung. Bemerkenswert ist die flache Leistungsentfaltung – die vollen 711 PS liegen konstant zwischen 6.500 und 7.000 Touren an. Herzstück des Antriebs ist ein neu entwickelter 3,6-Liter-Sechszylinder-Boxer, der durch die moderne, extrem leichte T-Hybrid-Technologie mit 400-Volt-System zusätzliche Power schöpft – insgesamt 61 PS mehr als beim Vorgänger.

Sein Hybrid-Prinzip hatte 2024 im 911 Carrera GTS Premiere, doch für den Turbo S wurde es nochmals entscheidend erweitert. Statt nur einem elektrischen Turbolader wie im GTS arbeiten hier zwei eTurbos, die nicht nur das Leistungsniveau anheben, sondern auch das Ansprechverhalten, die Agilität und die Spontanität des Motors deutlich verbessern.

Die Lithium-Ionen-Batterie ist kompakt, leicht und bringt es auf 1,9 kWh Kapazität. Über ein Achtgang-PDK mit integrierter E-Maschine gelangt die Kraft an alle vier Räder – gesteuert vom Porsche Traction Management (PTM). Der Standardsprint auf 100 km/h dauert nur 2,5 Sekunden, 200 km/h fallen nach 8,4 Sekunden, und bei 322 km/h ist Schluss. Damit ist der neue Turbo S 0,2 Sekunden schneller auf 100 und 0,5 Sekunden flotter auf 200 als der Vorgänger.

Trotz Hybridtechnik wiegt der neue Turbo S nur 85 Kilogramm mehr als sein Vorgänger – ein Zuwachs, der fahrdynamisch mehr als kompensiert wird. Den Beweis liefert die Nürburgring-Nordschleife: Dort absolvierte der neue Turbo S die Runde in 7:03,92 Minuten – ganze 14 Sekunden schneller als der Vorgänger. Porsche-Markenbotschafter Jörg Bergmeister lobt: „Von dem Mehrgewicht merkt man nichts – das Auto ist spürbar agiler, griffiger und in allen Bereichen schneller.“

Für die nötige Kontrolle sorgen überarbeitete Bremsen: Die Keramik-Verbundanlage PCCB wächst an der Hinterachse auf 410 mm und an der Vorderachse auf 420 mm – die größten Scheiben, die je in einem Porsche-Zweitürer verbaut wurden. Breitere Reifen (325/30 ZR 21 hinten, 255/35 ZR 20 vorne) sorgen für noch mehr Traktion.

Auch die Aerodynamik wurde konsequent neu gedacht: Ein aktiver Frontdiffusor, verstellbare Kühlluftklappen und ein adaptiver Heckflügel arbeiten zusammen, um Abtrieb oder Effizienz je nach Bedarf zu optimieren. Das Ergebnis: zehn Prozent weniger Luftwiderstand im Vergleich zum Vorgänger und bessere Stabilität bei Nässe.

Das Fahrwerk profitiert von der serienmäßigen elektrohydraulischen Wankstabilisierung (ehPDCC), die in Kombination mit aktiven Koppelstangen und dem 400-Volt-System extrem schnell arbeitet. Sie steigert Komfort und Agilität zugleich und macht das Fahren berechenbarer. Ergänzt wird das Setup durch das Porsche Active Suspension Management (PASM) und optional ein Lift-System für die Vorderachse.

Akustisch setzt eine neu entwickelte Titan-Sportabgasanlage den Turbo S in Szene: Sie spart 6,8 Kilogramm Gewicht ein und liefert durch spezielle Steuerzeiten des Boxermotors einen markanten, kernigen Sound.

Optisch betont Porsche die Sonderstellung des Turbo S mit exklusiven „Turbonit“-Details an Schriftzügen, Logos und Rädern. Breitere Spur, große Lufteinlässe und markante Entlüftungen am Heck lassen den Turbo S aggressiver wirken. Im Interieur finden sich Turbonit-Akzente an Nähten, Instrumenten und der Stoppuhr. Serienmäßig kommen 18-Wege-Sportsitze mit Memory-Funktion und spezifischem Turbo-S-Branding zum Einsatz. Optional gibt es Leichtbau-Schalensitze, Carbon-Elemente oder ein Dachhimmel aus Mikrofaser.

Die Exklusivität rundet Porsche durch das Angebot der Exclusive Manufaktur ab – mit Optionen wie Carbon-Blades an den Rädern, lackierten Schlüsselvarianten oder Carbon-Wischerarmen.