Skoda

Skoda Enyaq: Ein echter Volks-Tesla?

Der Name Skoda Enyaq steht für „Quelle des Lebens“. So ungefähr stellt sich Skoda den Einstieg in die Ära der Elektromobilität vor. Der Citigo-e iV war mehr eine kleine Fingerübung. Mit dem neuen Raumgleiter steht das erste Produkt auf dem MEB-Baukasten der Konzernmutter VW.

Bei einer Länge von 4,65m übertrifft er den Octavia und bleibt nur knapp hinter dem grossen Kodiaq. Beeindruckend ist allerdings die Höhe. Mit 1,61m ist der Skoda Enyaq ein wirklich großes Auto. Bemerkenswert vor allem, da er kein SUV ist, sondern eher ein Crossover.

Man ist an die alten Mercedes-Benz R-Klasse erinnert, zumindest ist es das einzige Auto, dessen Formfaktor vergleichbar wäre. Mit dem großen Mercedes hat der Skoda ein gigantisches Platzangebot gemein. Die Tschechen selbst sprechen vom grössten Innenraum, den sie je gebaut haben. Und das soll etwas heißen, schließlich sind gerade Superb und Kodiaq wirklich geräumige Fahrzeuge.

So bleibt es dann auch nicht bloß bei 585 Litern Kofferrauminhalt. In der Mittelkonsole zwischen Fahrer und Beifahrer finden sich etwa 30 Liter weiterer Stauraum. Überhaupt ist der Entfall herkömmlicher Antriebstechnik allerorten zu spüren. Die Bewegungsfreiheit ist in allen Reihen beachtlich und liegt deutlich über dem VW ID3.

Angetrieben wir der Skoda Enyaq allerdings von der gleichen Technik. In der Basis, dem 50 iV, arbeiten 148 PS im Heck mit einer 55 kWh-Batterie zusammen. Der 60iV bringt es auf 180 PS aus einer 62 kWh-Stromversorgung. Im 80iV kommt der grösste Akku zum Einsatz, hier sind es 82 kW, die einen 204 PS-Motor versorgen.

Doch Skoda bleibt nicht allein beim Heckantrieb. Der Enyaq kommt als erster MEB-Modell auch mit einem Zwei-Motor-Layout und Allradantrieb. Die 80x iV getaufte 4WD-Version beeindruckt mit 265 PS und beschleunigt in 6,9 Sekunden auf 100 km/h.

Nach oben wird das Programm vom Skoda Enyaq vRS iV abgerundet. Mit 306 PS aus zwei Motoren und 460 Nm maximalem Drehmoment ist er der Sportler unter den E-Gleitern. Er darf auch mit 180km/h Spitze als einziger im Programm schneller als 160 km/h fahren. Bei der Akkugröße bleibt allerdings auch der vRS bei 82 kWh.

Geladen werden die Topmodelle mit bis zu 125 kW am Gleichstrom. Am Wechselstrom sind es dreiphasige 11 kW im Maximum. Das Laden dauert hier bis zu acht Stunden, während es am Schnellader keine 40 Minuten sind.

Im Interieur überzeugte der tschechische Stromer mit einem recht konventionellen Layout. Ein flächiges Armaturenbrett, das lederbezogen sehr edel wirkt, trägt einen 13-Zoll-Monitor. Über ihn werden alle Systeme gesteuert, dem Fahrer bleibt nur ein kleines Infodisplay mit den Fahrdaten. Hauptaugenmerk für den Fahrer soll auf dem Augmented-Reality Head-up-Display liegen, das alle Informationen in die Frontscheiben spiegelt.

Bleibt zu hoffen, dass Skoda die Software für das System besser im Griff hat als VW beim ID3. Dort ist das HUD noch nicht im Serieneinsatz auf Grund von Stabilitätsproblemen im Zusammenspiel von Hard- und Software.

Insgesamt macht der Skoda Enyaq allerdings einen etwas wertigeren Eindruck als der VW-Bruder. Gerade im Innenraum, in dem eine Kombination aus Leder, Wolle und Recycling-Material für angenehmes Ambiente sorgt. Und das obwohl der Preis für den Enyaq ebenfalls sehr scharf kalkuliert ist.

Denn der Enyaq 50iV startet in Deutschland mit 33.800 EUR vor allen Prämien. Und das ist schon ein echter Preisknaller. Wir freuen uns auf den ersten Test im echten Leben, vor allem mit dem vRS!