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BMW 3er G50: Mehr Eigenständigkeit, kein Diesel und ein M350 mit Driftmodus

BMW erneuert seine Mittelklasse-Ikone: Mit dem G50 geht der 3er in die achte Generation. Auf den elektrischen i3, der bereits vor rund einem halben Jahr vorgestellt wurde, folgt damit eine Limousine mit Verbrenner, die sich technisch und optisch deutlich stärker von ihrem Stromer-Pendant unterscheidet, als es bei den großen BMW-Modellpaaren üblich ist. Die ersten Auslieferungen sind für Anfang 2027 geplant, bestellen lässt sich der neue 3er bereits jetzt.

Besonders auffällig ist der Abschied vom Diesel. Zum Marktstart besteht das Angebot aus zwei Vierzylinder-Benzinern und dem kräftigen M350 xDrive. Zugleich bringt BMW eine Neuerung in die M-Performance-Klasse: Der M350 kann seine Vorderachse abkoppeln und auf Knopfdruck zum Hecktriebler werden.

Flacher und länger als der i3

Der G50 folgt der vertrauten Limousinenform, setzt aber eigene Akzente. Weil unter der langen Haube Verbrennungsmotoren Platz finden müssen, fällt die Front länger aus als beim i3. Auch die Kotflügel ziehen sich weiter nach vorn. Der Verbrenner steht zudem etwas flacher da und hat einen kürzeren Radstand als das Elektro-Modell.

Die Heckpartie prägen sehr schmale, breite Rückleuchten. Am beim Fototermin gezeigten M350 sorgen vier Endrohre und eine dezente Spoilerlippe für einen sportlicheren Auftritt. Beide 3er-Versionen nutzen bündig integrierte Türgriffe.

Mit 4,77 Metern Länge, 1,85 Metern Breite und 1,46 Metern Höhe ist der Neue gewachsen. Der Radstand beträgt 2,86 Meter. Je nach Ausstattung rollt der G50 auf 18- bis 20-Zoll-Rädern. Für den M350 sind neben den regulären Bereifungen auch Sportreifen mit breiteren Hinterreifen erhältlich.

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M350: Sechszylinder mit 443 PS und Hinterrad-Modus

Das Topmodell zum Start heißt M350 xDrive. Sein weiterentwickelter 3,0-Liter-Reihensechszylinder arbeitet als Mildhybrid und leistet 443 PS sowie 580 Nm. Damit legt er gegenüber dem bisherigen M340i um 69 PS zu. Größere beziehungsweise überarbeitete Turbolader tragen zum Leistungsplus bei.

Die Kraftübertragung übernimmt eine Achtgang-Automatik, der Allradantrieb gehört zur Serienausstattung. Für besonders engagierte Fahrer hält BMW eine ungewöhnliche Funktion bereit: Per Knopfdruck lässt sich die Vorderachse entkoppeln. Der M350 fährt dann ausschließlich mit Hinterradantrieb – und kann gezielt quer gestellt werden. Ein solcher Driftmodus war bislang den stärkeren M-Modellen vorbehalten.

Der Sprint auf 100 km/h soll in 4,1 Sekunden gelingen, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h. Als WLTP-Verbrauch nennt BMW 8,2 Liter je 100 Kilometer.

Darunter rangieren zwei Mildhybrid-Vierzylinder mit jeweils zwei Litern Hubraum. Der BMW 318 kommt auf 156 PS und 250 Nm, der 320 auf 211 PS und 330 Nm. Beide treiben die Hinterräder an und sind mit einer Achtgang-Automatik kombiniert. Für den Standardsprint gibt BMW 9,5 Sekunden beim 318 und 7,4 Sekunden beim 320 an. Beide sollen nach WLTP 7,5 Liter je 100 Kilometer verbrauchen.

Ein Diesel steht nicht auf der Preisliste. Laut BMW ist derzeit auch keine Rückkehr des Selbstzünders vorgesehen.

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Plug-in-Hybrid und weitere Elektro-M-Modelle in Aussicht

Das Antriebsangebot soll später wachsen. Für 2027 ist ein Plug-in-Hybrid angekündigt. Als mögliche Ausführung gilt ein 330e mit ungefähr 300 PS; BMW hat diese Daten bislang nicht offiziell bestätigt.

Auch auf der elektrischen Seite ist Bewegung geplant. Zum i3 40 xDrive mit 374 PS und i3 50 xDrive mit 469 PS soll ein i3 M60 xDrive hinzukommen. Konkrete technische Angaben fehlen noch. Eine Leistung um 600 PS wäre denkbar, wenn sich BMW am größeren i5 M60 xDrive orientiert.

Beim nächsten M3 plant BMW laut den vorliegenden Informationen sowohl eine weiterentwickelte Sechszylinder-Biturbo-Version als auch erstmals eine rein elektrische Variante mit vier Motoren.

BMW i3 3er 1

Vertrautes Fahrwerkslayout, neues Cockpit

Beim Fahrwerk bleibt BMW seiner bisherigen Grundkonstruktion treu: Vorn arbeitet eine Doppelgelenk-Vorderachse, hinten eine Fünflenkerachse. Serienmäßig federt der 3er auf Stahlfedern. Adaptivdämpfer und ein sportlicher abgestimmtes adaptives M-Fahrwerk sind optional erhältlich. Beim M350 ist das M-Fahrwerk serienmäßig an Bord.

Im Innenraum übernimmt der G50 die Bedienwelt der Neuen Klasse. Im Mittelpunkt steht das Panoramic iDrive. Informationen erscheinen über die gesamte untere Breite der Windschutzscheibe; wichtige Fahrdaten liegen dabei direkt im Blickfeld des Fahrers. Dazu kommen ein optionales 3D-Head-up-Display und ein 17,9 Zoll großes Zentraldisplay, das leicht zum Fahrer geneigt ist.

Das neue Multifunktionslenkrad besitzt zahlreiche kapazitive Tasten. Einige klassische Bedienelemente bleiben erhalten, darunter der Lautstärkeregler und der Fahrstufenschalter. Der bekannte Dreh-Drück-Steller entfällt. Apple CarPlay und Android Auto sind kabellos integriert.

Als Softwarebasis dient BMW Operating System X. Der Sprachassistent soll dank generativer KI und Amazon Alexa+ natürlichere Dialoge ermöglichen. BMW will den Funktionsumfang außerdem über Updates erweitern.

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Freihändig fahren bis 130 km/h

Mit dem optionalen Driving Assistant Plus übernimmt der BMW Geschwindigkeits- und Abstandsregelung sowie Teile der Spurführung. Der Autobahn- und City-Assistent soll freihändiges Fahren bis 130 km/h ermöglichen. Ab 2027 sollen bei aktivierter Navigation außerdem teilautomatisierte Manöver in der Stadt möglich sein – etwa beim Abbiegen, an Kreisverkehren oder beim Spurwechsel.

BMW M350 (11)

Limousine mit weniger Kofferraumvolumen

Der neue 3er bleibt eine klassische Limousine mit ordentlichen, aber nicht üppigen Platzverhältnissen. Der Kofferraum fasst 450 Liter. Das sind 30 Liter mehr als im i3, aber 30 Liter weniger als beim Vorgänger G20. Die Rückbank lässt sich im Verhältnis 40:20:40 umklappen.

Für den Innenraum stehen vier Ausstattungswelten bereit: recycelter Stoff in der Essential-Ausführung, farbiges Kunstleder bei Contemporary, eine Kombination aus Kunstleder und Mikrofaser für die M-Ausführung sowie Merinoleder von BMW Individual. Insgesamt gibt es drei Sitzvarianten. Auf Wunsch kommen Multifunktionssitze mit Massagefunktion an Bord.

BMW 3er 9

Preise und Marktstart

Der BMW 318 startet bei 49.900 Euro, der 320 bei 54.900 Euro. Für den M350 xDrive ruft BMW mindestens 80.900 Euro auf. Damit liegen alle drei Versionen über den Einstiegspreisen ihrer jeweiligen Vorgänger. Bestellungen sind bereits möglich, die Auslieferungen sollen Anfang 2027 beginnen.

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