Die Elektrifizierung des Automobils ist nicht mehr aufzuhalten. Doch rein batterieelektrisches Fahren ist nicht die einzige Form. Diverse Hybrid-Konfigurationen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Der neuste Trend ist die E-Unterstützung für konventionelle Verbrenner.

Mit dem Kia Xceed 1.6 CRDI 48V haben wir abermals einen Vertreter der neuen Mildhybrid-Kategorie zum Test gebeten. Ist der zusätzliche Schub durch den Elektromotor wirklich spürbar und kann er den Verbrauch tatsächlich senken?

Design, Platz & Komfort

Das Design ist sicher eine der größten Stärken des Kia Xceed. Nicht nur dank der auffälligen Farbe bringt der Koreaner Leben in die Kompaktklasse. Dabei spielt er nicht einmal die bullige Offroad-Karte, sondern überzeugt durch eine schlüssige Formgebung.

Das etwas höhergelegte Chassis, eine dynamischere Optik an der Front und eine kompakte Dachlinie wirken sehr gelungen. Vor allem der Einsteigekomfort ist dank der größeren Bodenfreiheit wirklich gut. Hier steht der Kia Xceed 1.6 CRDI 48V in direkter Konkurrenz mit dem VW Golf Sportsvan. Ohne aber dessen altbackenes Image anhaften zu haben.

Im Interieur unterscheidet sich der Kia Xceed kaum von seinen Brüdern. Soll heißen: gute Raumökonomie, ein sehr ergonomisches Cockpitarrangement und feine Materialauswahl. Hier ist Kia wirklich auf einer Stufe mit den Besten im Segment.

Technische Highlights

Das technische Highlight versteckt sich zum einen unter der Motorhaube, zum anderen unter dem doppelten Kofferraumboden. Denn während der Elektromotor vorne am Dieselmotor zu finden ist, sitzt die 48V-Lithiumbatterie im Heck. Sie hilft nicht nur beim Anlassen, Boosten und Segeln, sondern speichert auch Energie im Rekuperationsbetrieb zurück.

Insgesamt hören sich 16 Boost-PS nicht nach viel an, doch gerade im unteren Drehzahlbereich ist das eine Menge. Dort also, wo der Dieselmotor sonst mit einem Turboloch zu kämpfen hätte. Auch das Anlassen ist dank des kraftvollen Startergenerators überaus komfortabel. Dank einer erweiterten Start-Stopp-Fähigkeit kommt diese Eigenschaft besonders im Stadtverkehr häufig zum Tragen.

Wie fährt der Kia Xceed 1.6 CRDI 48V?

Wie ein Auto mit einem Zweiliter-Motor. Und das darf als großes Kompliment an das Zusammenspiel der beiden Aggregate des Mildhybrid-Antriebs gelten. Besonders im untertourigen Beschleunigen fällt die Zusatzkraft des Elektromotors überraschend stark auf. Denn der Kia Xceed schiebt auf jeden Gasbefehl mehr als spontan an – so wie es kein aufgeladener Motor sonst könnte.

Der souveräne Charakter des 136PS-Motors passt dann auch perfekt zum Rest des Kia Xceed. Eine ausgewogene Fahrwerksabstimmung, die dem Komfort ein wenig nähersteht als dem Sport und akustische Zurückhaltung entschleunigen die Insassen. Überhaupt wirkt der Crossover-Koreaner mit seinem 48V-System wie der ideale Alltagswagen.

Mit seinem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, dem großen und bedienerfreundlichen Touchscreen und der mehr als kompletten Ausstattung überzeugt er zudem.

Fazit:

Dazu ist der Kia Xceed ist sparsam im Verbrauch, im Test erzielten wir gerade knapp über fünf Liter Diesel auf 100 km. Er ist geräumig, praktisch und glänzt mit einem der besten Infotainmentsysteme am Markt. Preis und Garantieleistungen stimmen obendrein. Die Elektrifizierung des Dieselmotors hat sich also gelohnt.

Technische Daten:

Modell: Kia Xceed 1.6 CRDI 48V EcoDynamics+ DCT7
Motor:  Vierzylinder-Reihe, 1.598 ccm
Leistung: 136 PS (100 kW) +16 PS (12 kW) Elektro-Boost
Drehmoment: 320 Nm
Antrieb: Frontantrieb, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe
Verbrauch (WLTP): 4,4 Liter / 100 km
Testverbrauch: 5,1 Liter / 100 km
Beschleunigung (0 – 100 Km/h): 10,1 s
Höchstgeschwindigkeit: 198 km/h
Abmessungen (L/B/H): 4,4 m/1,83 m/1,50 m
Gewicht: 1.586 kg
Grundpreis: 28.795,29 Euro

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