Porsche Flachbau RS: Porsche 911 GT2 RS wird zum Einzelstück

Porsche holt eine der spektakulärsten Formen seiner Motorsportgeschichte in die Gegenwart. Der neue Flachbau RS basiert auf einem 911 GT2 RS der Baureihe 991.2 und verbindet dessen Hochleistungstechnik mit einer Karosserie, die deutlich an den legendären Porsche 935 Moby Dick erinnert. Gebaut wurde allerdings keine neue Kleinserie: Das Projekt bleibt ein Einzelstück und entstand auf Wunsch eines Sammlers.

Die Idee für einen modernen Flachbau kommt nicht von ungefähr. In den 1980er-Jahren fertigte Porsche insgesamt 948 Exemplare des 911 als Flachbau ab Werk. Die heute entsprechend seltenen Fahrzeuge sind auf dem Gebrauchtwagenmarkt nur noch vereinzelt zu finden. Mit dem Flachbau RS interpretiert Porsche das Konzept nun für die Gegenwart neu – allerdings mit deutlich mehr Motorsporttechnik.

Als Ausgangspunkt diente ein 2018 gebauter 911 GT2 RS mit Weissach-Paket. Das Fahrzeug war damit bereits ab Werk konsequent auf geringes Gewicht und maximale Performance ausgelegt. Trotzdem dauerte die Entwicklung des Flachbau RS mehr als drei Jahre. Beteiligt waren neben der Sonderwunsch-Manufaktur auch die Entwicklungsabteilung, Porsche Motorsport und der Fahrwerksspezialist Manthey.

Mehr evocars:

Der enorme Entwicklungsaufwand lag vor allem an den umfangreichen Eingriffen in Aerodynamik und Fahrzeugstruktur. Porsche baute deshalb gleich drei Erprobungsträger auf, bevor das finale Einzelstück fertiggestellt werden konnte. Einen solchen Entwicklungsaufwand betreiben Hersteller normalerweise für neue Serienmodelle – beim Flachbau RS wurde er für ein einziges Kundenfahrzeug betrieben.

Für die Gestaltung griff Porsche auf einen Designer zurück, der bereits Erfahrung mit einer modernen 935-Interpretation besitzt. Grant Larson, der 2018 anlässlich des 70. Geburtstags der Marke den modernen 935 entworfen hatte, wurde für das Projekt erneut hinzugezogen. Von diesem Fahrzeug entstand später eine auf 77 Exemplare begrenzte Clubsport-Serie.

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Beim Flachbau RS steht erneut der 935 Moby Dick Pate. Der historische Rennwagen entstand Ende der 1970er-Jahre für die Gruppe 5 und wurde auf Basis des Porsche 930 entwickelt. Seine besonders stark ausgeprägte Aerodynamik führte zu einer extrem verlängerten und verbreiterten Karosserieform, die dem Rennwagen schließlich den Spitznamen Moby Dick einbrachte.

Die Neuinterpretation übernimmt vor allem die flache Frontpartie und die stark ausgeprägten Kotflügel. Besonders auffällig ist die neue Scheinwerferlösung. In einer großflächigen Carbonmaske sitzen drei getrennte LED-Einheiten für Fernlicht, Abblendlicht und Tagfahrlicht. Die einzelnen Leuchten sind übereinander angeordnet und bilden eine markante Kaskadenoptik.

Dazu kommen neu gestaltete, flachere Kotflügel mit zusätzlichen Luftauslässen sowie eine komplett überarbeitete Frontschürze. Die Aerodynamik geht jedoch weit über die Optik hinaus. Frontsplitter, eine aus dem Manthey-Kit abgeleitete Unterbodenstruktur, ein großer Heckdiffusor und ein Heckflügel im Stil des 911 GT3 R wurden speziell auf die Anforderungen des Einzelstücks abgestimmt.

Power, Power, Power:

Bei 340 km/h soll der Flachbau RS bis zu 554 Kilogramm Abtrieb erzeugen. Der Heckflügel lässt sich in drei verschiedene Positionen bringen und damit an unterschiedliche Streckenbedingungen anpassen. Zusätzlich reduzieren sogenannte Aerodiscs an den Hinterrädern den Luftwiderstand bei hohen Geschwindigkeiten.

Auch im Innenraum verfolgt Porsche eine kompromisslose Linie. Statt möglichst viel Komfort zu integrieren, wurde konsequent auf unnötiges Gewicht verzichtet. Rotes Alcantara trifft auf schwarzes Leder und sichtbare Carbonflächen. Die Türverkleidungen und Ablagen wurden vollständig entfernt. An ihre Stelle treten einfache, weiß lackierte Metallflächen.

Selbst technische Details werden nicht versteckt. Teile der neu verlegten Verkabelung bleiben offen sichtbar. Damit wirkt der Innenraum eher wie der eines kompromisslosen Rennwagens als wie das Cockpit eines luxuriösen Straßen-Sportwagens.

Trotz seiner extremen Ausrichtung bleibt der Flachbau RS für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen. Porsche betont, dass bei der Entwicklung weder Sicherheit noch technische Anforderungen oder die Straßenzulassung zugunsten der Optik geopfert wurden.

Auch beim Gewicht konnte nochmals nachgelegt werden. Gegenüber dem ohnehin auf Leichtbau getrimmten 911 GT2 RS mit Weissach-Paket wurde das Einzelstück um 31,6 Kilogramm leichter. Angesichts der bereits konsequent gewichtsoptimierten Ausgangsbasis ist diese Reduzierung durchaus bemerkenswert.

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Der Flachbau RS bleibt damit ein ungewöhnliches Kapitel in der Porsche-Sonderwunsch-Geschichte. Statt eine historische Karosserieform lediglich optisch nachzubauen, hat Porsche einen modernen Hochleistungssportwagen grundlegend umgestaltet und mit umfangreicher Aerodynamiktechnik versehen. Das Ergebnis ist ein straßenzugelassenes Einzelstück, das die Formensprache des 935 Moby Dick mit der Technik des 911 GT2 RS verbindet – und vermutlich einen entsprechenden Preis hat.

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