Das letzte große Coupé von Bentley, das noch kein verkappter Phaeton unter dem Blechkleid war, war der Brooklands. Ein lupenreiner Brite: schwer, mit viel Platz und einem mächtigen V12 gesegnet, machte er maximal 550 Kunden glücklich. Ein Auto für die Ewigkeit. Diese Fahne hält nunmehr seit 2009 der Mulsanne hoch, was angesichts des guten, aber eben doch volkswaginisierten Continental und seiner Abkömmlinge auch nicht so schwer zu sein scheint. Aber: es gibt ihn nur als viertürige Limousine. Ein stolzes, über 5,40 Meter langes Coupé für die große Reise fehlt in der Modellliste und es sieht nicht so aus, als würde Bentley alsbald darüber nachdenken, eines hinterherzuschieben.

Da muss man das Mulsanne Coupé eben selbst bauen. Und obwohl individuelle Karosserien heutzutage kaum mehr verbreitet geschweige denn angefertigt werden, kann man sich mit modernen Technologien durchaus selbst zur Hilfe kommen, was ja auch der grandiose Disco Volante der Carrozzeria Touring eindrucksvoll unter Beweis stellt. Hier wurde auf Basis des Alfa Romeo 8C per Hand ein streng limitiertes Kunstwerk geschaffen. Doch zurück zum Bentley Mulsanne. Dem haben sich die Jungs von Mcchip-DKR angenommen. Für den Umbau auf ein zweitüriges Coupé wurde die Karosserie des Mulsanne vollständig demontiert und sodann ein kompletter 3D-Scan erstellt. Daraufhin konnte am Computer die Coupéform simuliert werden. In einem weiteren Schritt ging es ans Handwerk: B- und C-Säulen wurden vom Rest des Fahrzeugs getrennt, angepasst und neu positioniert. Auch der Heckscheibenrahmen musste verschoben werden. Die Türen wurden verlängert und – ebenso wie das Dach – aus Kohlefaser hergestellt. Hinzu kamen Stoßstangen vom Facelift ans Fahrzeug. Schließlich wurden die neuen Seitenbleche eingesetzt. Und das vorläufige Ergebnis kann sich sehen lassen!

Doch Mcchip-DKR hieße nicht so, wenn die Firma aus Mechernich nicht noch etwas für den sechsdreiviertelliter großen V8 in Petto hätte. Der leistet zwar schon in der Serienvariante mit 512 PS und 1020 Newtonmetern Drehmoment nicht gerade wenig, doch ein bisschen geht schließlich immer. Nach dem kurzen (Stufe 1) Software-Eingriff liegen nun 600 PS und 1200 Newtonmeter an. Wir sind schon sehr gespannt auf das fertige Fahrzeug!

Galerie