Koenigsegg CCGT1: Jetzt wird’s irre!

Hände hoch. Wer kann sich noch an den Koenigsegg CCGT GT1-Rennwagen erinnern, mit dem der schwedische Supersportwagen- und Hypercar-Hersteller im Jahr 2007 in der GT1-Klasse an den Start gehen wollte, der dann aber aufgrund von Regeländerungen nie zum Einsatz kam? Dachte ich’s doch. Alle Hände oben. Aber dieses Teil war eben auch einfach geil. Das findet auch Christian von Koenigsegg immer noch und hat diesen „Klassiker“ darum als sensationelles Tracktool mit Straßenzulassung neu aufgelegt. Sein Name: Koenigsegg CCGT1.

Technisch basiert der CCGT1 auf dem CC850, optisch legt aber aber noch einige Schippen drauf und stellt sogar ein wenig das Vorbild von 2007 in den Schatten.

Unter der Carbonkarosserie des Hypercars arbeitet ein 5,0-Liter-V8 mit zwei Turboladern. Das Agregat bringt es mit herkömmlichem Kraftstoff auf 1.263 PS. Wird E85 getankt, steigt die Leistung sogar auf gewaltige 1.578 PS. Ein markanter Lufteinlass auf dem Dach versorgt den Antrieb mit zusätzlicher Luft.

Beim Getriebe geht Koenigsegg ebenfalls einen ungewöhnlichen Weg. Statt der komplexen Neungang-Light-Speed-Transmission des CC850 kommt im CCGT1 das sogenannte „Koenigsegg Sequential Shift“ (KSS) zum Einsatz. Das System besitzt ein klassisches Kupplungspedal zum Anfahren und ermöglicht dank Zündunterbrechung schnelle Gangwechsel ohne Betätigung der Kupplung. Bedient wird das Getriebe über einen mächtigen, aus dem Rennsport bekannten sequentiellen Schalthebel.

Wer es etwas weniger radikal möchte, kann alternativ das Sechsgang-Getriebe des CC850 ordern. Wirklich zurückhaltend ist der CCGT1 allerdings ohnehin nicht. Seine vollständig aus Carbon gefertigte Karosserie wurde eigenständig entwickelt und unterscheidet sich deutlich vom CC850.

Das gilt insbesondere für die Aerodynamik. Ins Auge fällt vor allem der gewaltige Heckflügel, der sich um 30 Grad verstellen lässt. Gemeinsam mit dem großen Frontsplitter, der aktiven Unterboden-Aerodynamik und dem speziell gestalteten Unterboden erzeugt das System bei 250 km/h bis zu 800 Kilogramm Abtrieb.

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Auch der Innenraum macht keinen Hehl aus den Rennsportgenen des CCGT1. Statt Luxus und Entertainment dominieren Schalter, Anzeigen und Leichtbau. Zu finden sind unter anderem ein Schalter zum Vorpumpen der Kraftstoffanlage, ein geschützter Zündschalter und ein roter Startknopf. Das Cockpit bildet Koenigseggs Chronocluster der dritten Generation, ergänzt durch ein analoges G-Meter.

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Dazu kommen ultraleichte Carbon-Sitze mit Sechspunktgurten, ein massiver Schalthebel und ein Feuerlöscher. Einen Touchscreen gibt es zwar ebenfalls, er dürfte angesichts der übrigen Ausstattung aber eher zur Nebensache werden.

Trotz der kompromisslosen Ausrichtung ist der CCGT1 für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen. Wer das Potenzial des Hypercars auf der Rennstrecke ausreizen möchte, kann erstmals ein spezielles Track-Paket direkt ab Werk bestellen. Es umfasst unter anderem einen Carbon-Überrollkäfig, HANS-kompatible Sitze, ein Rennlenkrad, eine Rennabgasanlage, Luftheber, ein optimiertes Fahrwerk, zusätzliche Aerodynamikkomponenten und speziell abgestimmte Reifen.

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Zum Paket gehört außerdem ein exklusiver Trackday mit vollständiger Unterstützung durch das Koenigsegg-Werk. Damit wird aus dem ohnehin extremen Straßen-Hypercar endgültig ein ernstzunehmendes Tracktool.

Eine weitere Besonderheit nennt Koenigsegg „Ghost Fibre“. Dabei handelt es sich um eine spezielle weiße Faserbeschichtung, die bereits beim 2009 vorgestellten Trevita zum Einsatz kam. Sie soll unter anderem für geringes Gewicht, zusätzliche Schalldämmung und einen besonderen Schutz der Karosseriestruktur sorgen.

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Christian von Koenigsegg beschreibt den CCGT1 als eine Kombination aus Rennstrecken-Spezialisten und außergewöhnlichem Alltagsauto. Gleichzeitig versteht er das Modell als Hommage an den ursprünglichen CCGT und dessen Rennsportgeschichte.

Die Exklusivität des CCGT1 dürfte allerdings noch größer sein als seine technischen Daten. Koenigsegg plant lediglich 70 Exemplare. Und die sind bereits vollständig verkauft. Natürlich 🙁 Wer also gehofft hatte, eines dieser außergewöhnlichen Hypercars bestellen zu können, kommt definitiv zu spät.