Range Rover Electric: Jetzt kommt’s dicke

Jetzt wird es auch beim Range Rover rein elektrisch. Die britische Luxusmarke bringt mit dem Range Rover Electric ihr erstes ausschließlich batterieelektrisch angetriebenes Modell auf den Markt. Bestellungen sind bereits möglich, der Einstiegspreis in Deutschland liegt bei 163.500 Euro. Zur Wahl stehen zunächst zwei Leistungsstufen mit 450 und 550 PS sowie Varianten mit normalem und langem Radstand.

Technisch bleibt der elektrische Range Rover seinem bisherigen Konzept treu: Er soll Luxus, hohe Leistung und ausgeprägte Geländefähigkeiten miteinander verbinden. Statt eines V8 oder eines Plug-in-Hybridantriebs übernehmen allerdings zwei Elektromotoren die Arbeit.

Zwei Motorisierungen mit bis zu 550 PS

Das Angebot beginnt mit dem Range Rover EV450 Electric. Sein elektrischer Allradantrieb entwickelt eine Systemleistung von 450 PS. Damit beschleunigt das große SUV in 5,6 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h.

Darüber rangiert der EV550 Electric mit 450 PS und 850 Nm. Er erreicht Tempo 100 bereits nach 4,5 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei beiden Varianten auf 200 km/h begrenzt.

Interessant ist dabei der Vergleich mit den Verbrennermodellen. Mit seinen 4,5 Sekunden liegt der EV550 beim Standardsprint auf dem Niveau des 615 PS starken Range Rover P615 mit V8-Motor und ist sogar schneller als der Plug-in-Hybrid P550e.

Range Rover EV450 Electric Range Rover EV550 Electric
Antrieb elektrischer Allradantrieb elektrischer Allradantrieb
Systemleistung 450 PS 550 PS
Drehmoment 850 Nm
0–100 km/h 5,6 Sekunden 4,5 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h 200 km/h
WLTP-Verbrauch* 22,3 kWh/100 km 22,5 kWh/100 km
Batterie netto 118,5 kWh 118,5 kWh
WLTP-Reichweite bis 601 km bis 597 km
DC 10–80 % 22 Minuten 22 Minuten

*Angaben für die jeweilige Basisausstattung.

Fast 120 kWh große Batterie

Beide Versionen verwenden den gleichen Hochvoltspeicher. Seine nutzbare Kapazität beträgt 118,5 kWh. Range Rover setzt auf insgesamt 344 prismatische Batteriezellen und bezeichnet die Konstruktion als „Double-Stack“-Bauweise.

Der Hersteller nennt für den EV450 eine maximale WLTP-Reichweite von 601 Kilometern. Beim stärkeren EV550 sind es bis zu 597 Kilometer. Unter realistischeren Alltagsbedingungen stellt Range Rover bis zu 535 Kilometer in Aussicht.

Entscheidend für längere Reisen dürfte jedoch nicht allein die Größe des Akkus sein. Der Range Rover Electric arbeitet mit einer 800-Volt-Architektur und soll an einer entsprechend leistungsfähigen Gleichstrom-Ladesäule bis zu 325 kW aufnehmen können.

Für den Ladevorgang von zehn auf 80 Prozent gibt Range Rover rund 22 Minuten an. Rein rechnerisch entspricht das über diesen Zeitraum einer durchschnittlichen Ladeleistung von etwa 226 kW. Bezogen auf die maximale WLTP-Reichweite könnten damit durchschnittlich rund 19 Kilometer Reichweite pro Lademinute nachgeladen werden.

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Elektroantrieb auf der MLA-Flex-Plattform

Eine komplett neue Elektroplattform bekommt der Range Rover nicht. Stattdessen basiert er auf der bereits bekannten MLA-Flex-Architektur. Sie wurde von Beginn an so konzipiert, dass unterschiedliche Antriebssysteme eingesetzt werden können – vom Mildhybrid über Plug-in-Hybride bis zum reinen Elektroantrieb.

Das bringt einen entscheidenden Vorteil mit sich: Der Range Rover Electric kann sich bei Karosserie, Innenraum und grundsätzlicher Fahrzeugarchitektur eng an den bekannten Modellen orientieren.

Entsprechend zurückhaltend fallen die optischen Veränderungen aus. Auf den ersten Blick ist der Stromer kaum von einem konventionell angetriebenen Range Rover zu unterscheiden. Zu den Anpassungen gehören ein aerodynamisch optimierter Frontbereich, spezielle Räder und Veränderungen am Unterboden.

Auch die Batterie soll sich positiv auf das Fahrverhalten auswirken. Durch ihre Position im Fahrzeug sinkt der Schwerpunkt. Gemeinsam mit der Zweikammer-Luftfederung soll das dem schweren Luxus-SUV zu mehr Stabilität und einem souveränen Fahrverhalten verhelfen.

Elektrischer Allradantrieb bleibt geländetauglich

Auf die für die Marke wichtige Geländefähigkeit wollte Range Rover beim Wechsel zum Elektroantrieb nicht verzichten. Die beiden Permanentmagnet-Elektromotoren treiben Vorder- und Hinterachse an. Jeder Motor kann bis zu 260 kW leisten, wobei die maximale Leistung beider Maschinen nicht gleichzeitig vollständig abgerufen wird.

Eine zentrale Rolle übernimmt die Allradregelung „Intelligent Driveline Dynamics“, kurz IDD. Sie verteilt die Antriebskraft permanent zwischen den Achsen und Rädern und soll Traktionsverluste möglichst früh verhindern.

Hinzu kommt das „Integrated Traction Management“ (ITM). Das System kann die Drehzahl der Elektromotoren innerhalb von 50 Millisekunden verändern. Nach Angaben des Herstellers lässt sich Schlupf dadurch bis zu 100-mal schneller kontrollieren als bei einem vergleichbaren Fahrzeug mit Verbrennungsmotor.

Die Regelung arbeitet außerdem mit dem One-Pedal-Driving zusammen. Auch im Gelände kann der Fahrer damit Beschleunigen und Verzögern weitgehend über das Fahrpedal steuern. Range Rover nennt Steigungen von bis zu 33 Grad sowie Gefälle von bis zu 45 Grad als mögliche Einsatzbereiche.

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Vom Polarkreis bis in die Wüste

Vor dem Marktstart absolvierte das Elektro-SUV ein umfangreiches Erprobungsprogramm. Getestet wurde unter anderem im schwedischen Arjeplog bei Temperaturen bis minus 40 Grad sowie unter Wüstenbedingungen in Dubai.

Auch die Hochvoltbatterie musste separate Belastungstests überstehen. Dabei wurde sie Vibrationen, Stößen und Temperaturen zwischen minus 40 und plus 90 Grad ausgesetzt. Auf den Akku gibt Range Rover eine Garantie von acht Jahren beziehungsweise 160.000 Kilometern.

Produziert wird der Range Rover Electric im britischen Solihull bei Birmingham. Das traditionsreiche Stammwerk der Baureihe wurde dafür entsprechend umgebaut.

Range Rover Electric kostet mindestens 163.500 Euro

Der Einstieg erfolgt mit dem EV450 Electric in der Ausstattung SE für 163.500 Euro. Wer den stärkeren EV550 möchte, muss mindestens zur HSE-Ausstattung greifen. Hier werden 180.100 Euro fällig.

Nach oben ist noch reichlich Luft. Mit den besonders luxuriösen SV-Versionen durchbricht der Elektro-Range-Rover problemlos die 300.000-Euro-Marke. Das teuerste derzeit aufgeführte Modell ist der EV550 SV Ultra mit langem Radstand für 330.923 Euro.

Ausstattung EV450 Electric EV550 Electric
SE, normaler Radstand 163.500 €
HSE, normaler Radstand 172.000 € 180.100 €
Autobiography, normaler Radstand 189.000 € 197.000 €
First Edition, normaler Radstand 201.500 €
SV, normaler Radstand 244.300 €
SV Black, normaler Radstand 261.800 €
SV Ultra, normaler Radstand 298.123 €
SV, langer Radstand 282.000 €
SV Black, langer Radstand 294.500 €
SV Ultra, langer Radstand 330.923 €

Neben den beiden Radständen stehen zahlreiche Ausstattungslinien und Individualisierungsmöglichkeiten zur Verfügung. Eine siebensitzige Konfiguration mit langem Radstand scheint für den Elektroantrieb allerdings nicht vorgesehen zu sein.

Zum Marktstart legt Range Rover außerdem eine auf 2.500 Fahrzeuge begrenzte First Edition auf. Sie wird unter anderem mit speziellen Außenfarben sowie einer entsprechend aufgewerteten Innenausstattung angeboten.

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