Ein Porsche 911 mit V8-Motor ist schon ungewöhnlich genug. Wenn dieser Motor dann auch noch vorne sitzt, zwei Turbolader bekommt und mehr als 1.200 PS produziert, ist von der ursprünglichen Porsche-DNA nicht mehr besonders viel übrig. Genau das haben sich die Australier von ShowTime offenbar gedacht und mit dem Repco-Mod 933 einen ziemlich verrückten 911 auf die Räder gestellt.
Vorgestellt wurde der spektakuläre Einzelbau am Mount Panorama im Rahmen des Bathurst 1000 2026. Und obwohl die Karosserie noch immer unverkennbar nach Porsche 911 aussieht, steckt darunter ein nahezu vollständig neu konstruiertes Auto.
Ein Porsche 996 als Ausgangspunkt
Die Basis für den Umbau bildete ein ziemlich mitgenommener Porsche 911 der Baureihe 996. Statt den Sportwagen aufwendig zu restaurieren, entschied sich das Team um ShowTime-Chef Gary Reid für einen radikalen Neuaufbau.
Mehr als 2.000 Arbeitsstunden flossen allein in die Metallarbeiten. Neue Spritzwände, ein komplett überarbeiteter Fahrzeugboden, ein maßgeschneiderter Getriebetunnel und ein integrierter Überrollkäfig waren notwendig, um die ungewöhnliche Antriebskonfiguration überhaupt realisieren zu können.
Denn der Porsche-typische Sechszylinder-Boxermotor im Heck musste weichen. Seinen Platz nimmt ein amerikanischer V8 ein – allerdings am anderen Ende des Autos.
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Über 1.200 PS aus einem Biturbo-V8
Unter der langen, neu gestalteten Front arbeitet ein General-Motors-LSX-V8, der von zwei Turboladern unter Druck gesetzt wird. Das Ergebnis sind mehr als 895 kW, also über 1.200 PS.
Die Kraft gelangt über ein Achtganggetriebe ausschließlich an die Hinterräder. Allradantrieb? Fehlanzeige. Bei dieser Leistung dürfte es ohnehin eine Herausforderung sein, die Hinterreifen nicht bei jedem kräftigen Gasstoß in Rauch aufzulösen.
Passend zum außergewöhnlichen Antrieb erhielt der 933 ein speziell entwickeltes Rennsportfahrwerk. Das Kühlsystem sitzt hinter der Fahrgastzelle, während 18 Zoll große Rotiform-Felgen mit Dunlop-Reifen den Kontakt zur Straße herstellen.
Konkrete Beschleunigungswerte oder eine Höchstgeschwindigkeit haben die Erbauer bislang nicht veröffentlicht. Angesichts der Leistung dürfte es daran allerdings kaum scheitern.
Breitbau, Carbon und eine riesige Finne
Auch optisch hat der ShowTime Repco-Mod 933 mit einem serienmäßigen 996 nicht mehr allzu viel gemeinsam.
Die Karosserie trägt handgefertigte Aluminiumverbreiterungen, die den 911 deutlich muskulöser wirken lassen. Dach, Motorhaube und Türen bestehen aus Carbon. Dazu kommt ein mächtiger Heckflügel, der über eine auffällige, längs über das Heck verlaufende Finne mit der Dachlinie verbunden ist.
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Besonders interessant ist die Mischung unterschiedlicher Porsche-Designgenerationen. Moderne Scheinwerfer und Rückleuchten treffen auf die klassische 996-Silhouette und einen ausgesprochen aggressiven Breitbau.
Die Lackierung nennt sich Sandy Taupe und stammt ursprünglich aus der Farbpalette des Toyota Land Cruiser. Rote, schwarze und blaue Akzente an Rädern, Bremsen, Turbolufteinlässen und Überrollkäfig sorgen für zusätzliche Kontraste.
Das Ergebnis sieht aus wie ein Porsche, der sich irgendwo zwischen Time-Attack-Rennwagen, Drift-Monster und amerikanischem Muscle-Car verirrt hat.
Rennsporttechnik mit klassischen Porsche-Details
Im Innenraum geht es ähnlich kompromisslos weiter. Zwei Recaro-Schalensitze aus Carbon sorgen für Seitenhalt, sind aber mit dem klassischen Porsche-Pepita-Stoff bezogen. Eine schöne Hommage an die Herkunft des Fahrzeugs.
Daneben gibt es eine sequenzielle Schaltbetätigung, eine hydraulische Handbremse und eine speziell angefertigte Pedalerie.
Viel mehr braucht es in einem Auto dieser Kategorie schließlich auch nicht. Hier geht es nicht um Komfort oder Alltagstauglichkeit, sondern um möglichst spektakuläre Fahrmanöver.
Kein Showcar für die Garage
Trotz seines außergewöhnlichen Auftritts ist der Repco-Mod 933 kein reines Ausstellungsstück. Das Fahrzeug soll künftig zur Stunt-Flotte von ShowTime gehören und bei verschiedenen Automobilveranstaltungen zum Einsatz kommen.
Damit dürfte der ungewöhnliche Porsche regelmäßig zeigen, wofür seine über 1.200 PS eigentlich gedacht sind.
Und auch wenn Porsche-Puristen angesichts eines frontmontierten amerikanischen V8 vermutlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen: Langweilig ist dieser Umbau ganz sicher nicht. Ein 911, der seinen Boxermotor, seine ursprüngliche Gewichtsverteilung und praktisch sein gesamtes technisches Konzept über Bord wirft, ist schon eine ziemlich konsequente Form des automobilen Wahnsinns.
Technische Daten: ShowTime Repco-Mod 933
| Merkmal | Daten |
|---|---|
| Basisfahrzeug | Porsche 911 (996) |
| Motor | GM LSX V8 |
| Aufladung | Zwei Turbolader |
| Leistung | Über 895 kW / 1.200 PS |
| Motorposition | Frontmotor |
| Antrieb | Hinterradantrieb |
| Getriebe | 8 Gänge |
| Fahrwerk | Spezielles Rennsportfahrwerk |
| Felgen | Rotiform, 18 Zoll |
| Reifen | Dunlop |
| Karosserie | Aluminium-Breitbau, Carbonteile |
| Sitze | Recaro Carbon-Schalensitze |
| Besonderheiten | Hydraulische Handbremse, Überrollkäfig |
| Bauaufwand | Über 2.000 Stunden Metallarbeiten |
| Stückzahl | Einzelstück |








