Lamborghini hat kurz vor dem Beginn des Genfer Autosalons das Auto vorgestellt, das wohl zu den meist diskutierten auf der jährlichen Messe gehören dürfte. Und das kommt nicht von ungefähr: vor wenigen Tagen veröffentlichten die Jungs aus Sant‘ Agata Bolognese das Video einer Rekordfahrt auf dem Nürburgring. Demnach umrundete der neue Huracán Performante die legendäre grüne Hölle in 6.52,01 Minuten (wir berichteten) und unterbot damit die bisherige Rekordzeit des Porsche 918 Spyder für Serienfahrzeuge um rund fünf Sekunden. Doch das Netz ließ sich nicht so leicht überzeugen und legte kurz danach schon sogenannte Beweise auf den (Stamm-)Tisch, wonach das Video gar nicht echt sein sollte.

Den Italienern wiederum ist das alles: herzlich egal. Wurscht, wie die Zeit zustandekam, das Auto steht jetzt hier und es dürfte wirklich ein ordentlicher Wurf geworden sein. Der bekannte 5,2-Liter Zehnzylinder leistet dank einer optimierten Abgasanlage samt Krümmer aus Bronze 30 PS mehr als das Serienaggregat im Huracán, die Karosserie wurde durch die sogenannte Forged Composite-Technologie (Carbonfasern in Harz) an Motorhaube, Heckstoßfänger, Diffusor und Front- und Heckspoiler um insgesamt 40 Kilogramm erleichtert, sodass das Trockengewicht 1.382 Kilogramm beträgt. Die Beschleunigung auf Landstraßentempo soll per Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe in wahnwitzigen 2,9 Sekunden erfolgen, 200 Stundenkilometer sind nach 8,9 Sekunden erreicht. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 325 Km/h.

Rein optisch unterscheidet sich der Performante vor allem durch den großen feststehenden Heckspoiler und sichtbaren Kohlefaser-Anbauteilen an der neu gestalteten Front und an der Seite. Auch die individuellen, bronzefarbenen 20-Zoll-Schmiedefelgen namens „Narvi“ wurden extra für den Performante entworfen und werden serienmäßig mit Pirelli P Zero Corsa montiert. Auf Wunsch ist auch der Hochleistungsreifen Pirelli Trofeo R (auf dem auch die Rekordrunde gefahren wurde) erhältlich.

Doch die hauptsächlichen Änderungen des Huracán Performante fanden in der kaum sichtbaren Aerodynamik statt. Lamborghini nennt das System Aerodinamica Lamborghini Attiva, kurz: ALA, das eine vollkommen neue Dimension der Fahrdynamik schaffen und den Performante enorm von seinem Serienpendant abheben soll. Aktive elektrisch angesteuerte Klappen in der Front und ebenfalls auf diese Art variierende Luftführungen (insgesamt deren vier) auf der Motorhaube, die den Heckspoiler individuell anströmen können, gehören dazu – geregelt wird das System vollautomatisch über ein Steuergerät je nach Lenkeinschlag, Gripniveau und Gaspedalstellung. Die Kurvenstabilität des Performante soll dank ALA im Vergleich zum normalen Huracán ohne Heckspoiler um 750 Prozent gesteigert werden.

Ob die Rundenzeit nun 6.52 oder mehr betrug, dürfte die wenigsten Kunden ernsthaft interessieren. In Empfang nehmen können sie den neuen Performante ab dem Sommer dieses Jahres, der Preis beträgt mindestens 195.040 Euro exklusive Steuern. Die offizielle Vorstellung erfolgt morgen in Halle 1 des Genfer Autosalons.