Peugeot (und da geht es den Franzosen genauso wie uns!) erinnert sich an eine Zeit, in der Kleinwagen noch richtig wild sein durften. Der legendäre 205 Turbo 16 gewann 1985 und 1986 die Rallye-Weltmeisterschaft und gehört bis heute zu den spektakulärsten Fahrzeugen der französischen Marke.
Jetzt lässt Peugeot den Mythos wieder aufleben. Allerdings ohne röhrenden Turbomotor, dafür mit drei Elektromotoren, 816 PS und Fahrleistungen, die selbst ausgewachsene Supersportwagen alt aussehen lassen. Und natürlich müssen wir da erst einmal an den Renault 5 Turbo 3E denken – auch wenn der „nur“ 555 PS hat. Dafür gibt es von diesem kleinen Rabauken aber auch eine Kleinserie.
Der neue Peugeot E-T16 Concept wurde gemeinsam mit Peugeot Sport entwickelt und eine Serienfertigung ist bislang nicht angekündigt. Trotzdem ist die Studie mehr als eine nostalgische Fingerübung, denn einige ihrer Designelemente und Technologien sollen bereits beim kommenden E-208 auftauchen.
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Drei Elektromotoren und 816 PS
Beim Antrieb macht Peugeot keine halben Sachen. Ein Elektromotor sitzt an der Vorderachse, zwei weitere treiben jeweils eines der Hinterräder an. Zusammen leisten sie die bereits erwähnten 816 PS.
Dank der beiden unabhängig angesteuerten Hinterradmotoren kann das Torque-Vectoring-System die Antriebskraft gezielt zwischen den Rädern verteilen. Zusätzlich lässt sich die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse anpassen.
Drei vorkonfigurierte Fahrprogramme stehen zur Verfügung, darunter ein Track-Modus. Ein vierter Modus erlaubt individuelle Einstellungen.
Die Fahrleistungen sind entsprechend beeindruckend: Nach 2,5 Sekunden ist Tempo 100 erreicht und nach gerade einmal 16 Sekunden sollen 300 km/h anliegen. Wobei wir uns diesen Speed in einem so kleinen Wagen als wahrlich abenteuerlich vorstellen.
Mit weniger als zwei Kilogramm pro PS bewegt sich das Leistungsgewicht des E-T16 auf dem Niveau ausgewachsener Sportwagen.
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Drei Runden Nordschleife ohne Leistungsverlust
Hohe Leistung ist bei modernen Elektroautos allerdings längst keine Seltenheit mehr. Schwieriger wird es, diese Leistung auch über längere Zeit abzurufen.
Deshalb hat Peugeot Sport besonders viel Entwicklungsarbeit in die Batteriekühlung gesteckt. Die 85 kWh große Batterie nutzt eine sogenannte Side-Cooling-Technologie, bei der die Zellen seitlich statt über ihren Boden gekühlt werden.
Laut Peugeot soll der E-T16 damit im Performance-Modus drei Runden auf der Nürburgring-Nordschleife absolvieren können (also mehr als 60 Km), ohne dass die Leistung wegen zu hoher Temperaturen reduziert werden muss.
Auch die übrige Technik passt zum Motorsportanspruch. Vier 380 Millimeter große Bremsscheiben, eine hydraulische Rallye-Handbremse und Michelin-Reifen in 275er-Breite vorne sowie 315er-Breite hinten sollen die enorme Leistung kontrollierbar machen.
800 Volt und 400 Kilometer Reichweite
Trotz seiner extremen Auslegung soll der E-T16 nicht ausschließlich auf der Rennstrecke funktionieren.
Die 800-Volt-Architektur ermöglicht laut Peugeot eine Aufladung von 10 auf 80 Prozent in weniger als 15 Minuten. Mit dem 85-kWh-Akku sollen außerdem bis zu 400 Kilometer Reichweite nach WLTP möglich sein.
Für einen elektrischen Kleinwagen mit mehr als 800 PS sind das durchaus bemerkenswerte Werte. Allerdings handelt es sich um Herstellerangaben für ein Konzeptfahrzeug, nicht um unabhängig bestätigte Messergebnisse.
Breitbau wie beim Rallye-Weltmeister
Optisch orientiert sich die Studie unverkennbar am 205 Turbo 16. Die extrem ausgestellten Radhäuser, die kompakte Karosserie und die breiten Schultern erinnern an den einstigen Gruppe-B-Rallyewagen.
Besonders gelungen ist die Verbindung aus historischen Zitaten und moderner Formensprache. Die matte graue Lackierung trägt den Namen Winchester Matte Grey. Eine rot beleuchtete Linie zieht sich um das gesamte Fahrzeug und greift die charakteristischen roten Akzente des Originals auf.
Dazu kommen gewaltige Kühlluftöffnungen in der Front, Luftauslässe hinter den Vorderrädern, ein Doppel-Diffusor und ein großer Heckflügel.
Eine weitere Besonderheit verbirgt sich am Heck: Wie beim historischen 205 T16 lässt sich der gesamte hintere Karosseriebereich nach oben klappen. Statt eines Vierzylinder-Turbomotors kommen darunter allerdings die beiden hinteren Elektromotoren, Fahrwerkskomponenten und ein kleines Staufach zum Vorschein.
Selbst der Ladeanschluss wurde geschickt integriert. Er befindet sich im seitlichen Lufteinlass vor dem Hinterrad, an jener Stelle, an der das Original Frischluft für seinen Verbrennungsmotor ansaugte.
Das Cockpit zeigt bereits den nächsten E-208
Während das Äußere vor allem Begeisterung wecken soll, dürfte das Cockpit für die kommenden Serienmodelle besonders interessant sein.
Peugeot zeigt die nächste Generation seines i-Cockpits mit einem 21 Zoll großen, leicht gebogenen Panoramadisplay und dem ungewöhnlichen Hypersquare-Lenkrad.
Das rechteckige Bedienelement arbeitet mit einer Steer-by-Wire-Lenkung, bei der keine mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Rädern mehr notwendig ist. Im E-T16 besitzt es sogar ein eigenes Display, auf dem unter anderem Geschwindigkeit und Rundenzeiten angezeigt werden können.
Eine ähnliche Lösung soll auch im kommenden Peugeot E-208 zum Einsatz kommen. Dort wird das zentrale Display des Lenkrads allerdings einem Airbag weichen.
Ansonsten geht es im Innenraum ausgesprochen sportlich zu. Carbon-Schalensitze, ein roter Überrollkäfig, Aluminium und technische Gewebe bestimmen das Bild. Die Sitze sind teilweise mit dem lederähnlichen Recyclingmaterial PELINOVA bezogen.
Wie viel E-T16 steckt im nächsten Peugeot E-208?
Die eigentliche Bedeutung des E-T16 Concept liegt weniger in seinen 816 PS als in der Vorschau auf die nächste Generation des elektrischen Kleinwagens.
Peugeot bestätigt, dass die neue Designsprache namens Feline Future und das weiterentwickelte i-Cockpit beim kommenden E-208 eine Rolle spielen werden. Auch die neue horizontale Interpretation der Drei-Krallen-Lichtsignatur dürfte die künftigen Modelle prägen.
Ob Peugeot irgendwann tatsächlich einen elektrischen Nachfolger des legendären 205 Turbo 16 auf die Straße bringt, bleibt offen.
Schade wäre es jedenfalls, wenn dieser E-T16 ausschließlich ein Ausstellungsstück bleiben würde. Ein kompakter, elektrischer Allrad-Hot-Hatch mit Motorsporttechnik hätte durchaus seinen Reiz. Und selbst mit deutlich weniger als 816 PS könnte daraus ein richtig spannender Gegner für die nächste Generation elektrischer Kompaktsportler werden.
Technische Daten: Peugeot E-T16 Concept
| Merkmal | Daten |
|---|---|
| Fahrzeugtyp | Elektrischer Hyper-Hatch, Konzeptfahrzeug |
| Elektromotoren | 3 |
| Gesamtleistung | 600 kW / 816 PS |
| Antrieb | Allradantrieb mit Torque Vectoring |
| 0–100 km/h | 2,5 Sekunden |
| 0–300 km/h | 16 Sekunden |
| Leistungsgewicht | Unter 2 kg/PS |
| Batterie | 85 kWh |
| Bordnetz | 800 Volt |
| Reichweite | Bis 400 km (WLTP, Herstellerangabe) |
| Laden 10–80 % | Unter 15 Minuten |
| Bremsen | 380-mm-Scheiben rundum |
| Reifen vorne | 275 mm breit |
| Reifen hinten | 315 mm breit |
| Lenkung | Steer-by-Wire |
| Cockpit | 21-Zoll-Panoramadisplay, Hypersquare |
| Serienproduktion | Nicht angekündigt |












