Audi Nuvolari: Erster Supersportwagen aus Ingolstadt

Ja ja, es wurde gemunkelt, dass Audi einen Nachfolger des R8 bringen würde. Das mag auch immer noch passieren. Aber dass man einen waschechten Supersportwagen baut, der in einer Liga mit dem Lamborghini Revuelto oder dem Ferrari SF90 spielt, das überrascht dann doch etwas. Aber hey … WIR mögen solche Überraschungen. Also, los geht’s!

Das soeben vorgestellte und für 2027 angekündigte Modell hört auf den Namen Nuvolari (in Anlehnung an den berühmten Rennfahrer Tazio Nuvolari der 20er und 30er Jahre) und ist auf 499 Exemplare limitiert.

Herzstück des Nuvolari ist ein 4,0-Liter V8 Biturbo mit 800 PS, der durch drei Axialfluss-Elektromotoren ergänzt wird – zwei an der Vorderachse, einer zwischen Motor und Getriebe. Zusammen liefern sie 1.001 PS und bis zu 2.150 Nm Drehmoment an der Vorderachse. Die Lithium-Ionen-Batterie mit 7,3 kWh Kapazität sorgt für Kurzstrecken-Elektrofahrten, während sie gleichzeitig die Energierückgewinnung unterstützt.

Die Drehzahlen des V8 reichen bis 10.000 U/min – ein Bereich, der bislang ausschließlich der Rennstrecke vorbehalten war. Den Sprint auf Tempo 100 schafft der neue Traumwagen aus Ingolstadt in 2,6 Sekunden, 200 km/h liegen nach 6,8 Sekunden an. Topspeed: 350 km/h.

Der Nuvolari interpretiert den legendären quattro-Allradantrieb neu. Mit dem „quattro predictive ride“ reagiert der Wagen nicht nur auf aktuelle Bedingungen, sondern antizipiert sie. Sensoren erfassen Lenkwinkel, Beschleunigung, Gierrate und Grip-Level, sodass das System vorausschauend eingreifen kann, bevor das Fahrzeug an die Grenzen stößt.

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Die beiden Elektromotoren an der Vorderachse ermöglichen variables Torque Vectoring – ein Maß an Kontrolle, das in dieser Klasse bislang einzigartig ist. Fahrerinnen und Fahrer können zwischen vier Fahrmodi wählen: E‑Hybrid, Balanced, Dynamic und Dynamic+, während der Track Mode weitere feine Anpassungen erlaubt, von Wet bis TC Off.

Die Karosserie kombiniert Audi Space Frame-Technologie mit Carbon-Exterieur – ein Novum für die Marke. Nahezu alle Außenbauteile bestehen aus Carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFRP), gefertigt in Prepreg-Autoklav-Technologie, einem Verfahren direkt aus der Formel 1.

Das Ergebnis: ein extrem steifes Chassis bei minimalem Gewicht. Jedes Bauteil, von der Türverkleidung bis zu vertikalen Rahmenelementen, ist funktional optimiert – für Aerodynamik, Kühlung und Fahrdynamik. Die handgefertigten Carbon-Elemente verbinden Hightech mit Kunsthandwerk.

Jedes Detail am Nuvolari dient der Aerodynamik – so Audi. Frontsplitter, S-Duct und Heckdiffusor arbeiten zusammen mit einem adaptiven Heckflügel, der je nach Fahrsituation zwischen Closed, Low Downforce und High Downforce wechselt.

Das System steigert Stabilität in Kurven, optimiert Endgeschwindigkeit auf Geraden und lässt sich sogar manuell per Drag Reduction System (DRS) beeinflussen – ein klarer Transfer aus dem Motorsport.

Auch beim Bremsen geht Audi neue Wege. Das Brake-by-Wire-System erlaubt eine variable Abstimmung zwischen hydraulischer Bremse und elektrischer Verzögerung. Die vorderen Zehnkolben-Festsättel mit 420 × 40 mm großen Bremsscheiben sowie die hinteren Vierkolben-Sättel mit 410 × 32 mm Scheiben garantieren maximale Verzögerung und thermische Stabilität.

Rein elektrische Verzögerungen von bis zu 0,3 g entlasten die Hydraulik und tragen gleichzeitig zur Batterieladung bei – eine direkte Ableitung aus der Formel 1, die im Alltag und auf der Rennstrecke gleichermaßen wirkt.

Der Innenraum ist puristisch, reduziert auf das Wesentliche. Bedienelemente und HMI sind klar auf den Fahrer ausgerichtet. Farbige Akzente zitieren historische Rennwagen, während Leichtbausitze aus Carbon perfekte Rückmeldung und Seitenhalt bieten. Die ergonomische Anordnung garantiert Fokus und Kontrolle in jeder Fahrsituation.