Ob ich der Meinung bin, dass der Luce einem Ferrari optisch nicht gerecht wird? Auf jeden Fall. On ich finde, dass man einen echt rattenscharfen, elektrischen Ferrari hätte vorstellen sollen? Aber sowas von! Dennoch: Ich finde es großartig, dass jemand satte 40.000.000 US-Dollar für den ersten jemals gebauten Ferrari Luce geboten und bei RM Sothebys den Zuschlag bekommen hat. Warum? Na, weil der gesamte Erlös einer Organisation zu Gute kommt, die sich der Bildung von Kindern verschrieben hat. Und das ist ein hehres Ziel. Ferrari selbst bekommt nichts von dem Geld.
Klar, der Luce kostet normalerweise „nur“ 550.000 Euro und für den Aufpreis von zig Millionen bekommt man im Grunde nichts wirklich Großartiges, aber vielleichte wollte der neue Besitzer einfach mal 40 Mio. spenden und dafür stellt man sich dann auch als „Nebeneffekt“ einen neuen Stromer in die Garage. Vielleicht war da gerade noch ein Stellplatz frei.
Oder? Mal ehrlich. Wer 40 Mio. für ein Elektroauto ausgeben kann, für den können solche Summen bestenfalls ein Spielgeld sein. Und dann sind es eben auch extrem gut angelegte 40 Mio. Oder?
Galerie: Ferrari Luce für 40.000.000 Dollar
Bilder: RM Sothebys
Und hier noch mal alle Infos zum Ferrari Luce zum Nachlesen:
Ferrari Luce: Vier Elektromotoren, 772 kW und bis zu 530 Kilometer Reichweite
Mit dem Luce bringt Ferrari einen Elektro-Sportwagen auf die Straße, der technisch einiges auffährt. Der Name stammt aus dem Italienischen und bedeutet „Licht“ – passend zur Rolle, die das Modell für Ferraris elektrische Zukunft übernehmen soll. Vier Elektromotoren treiben jeweils ein Rad an und bringen es gemeinsam auf eine Systemleistung von 772 kW (1.049 PS). Für den Sprint von 0 auf 100 km/h sollen lediglich 2,5 Sekunden vergehen.
Gespeist wird der Antrieb von einer 122 kWh großen Batterie. Ferrari verspricht eine Reichweite von rund 530 Kilometern. Beim Schnellladen sind bis zu 350 kW möglich.
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Breite Karosserie mit zurückhaltendem Design
Für die Gestaltung des Luce arbeitete Ferrari mit dem kalifornischen Designstudio LoveFrom zusammen. Herausgekommen ist ein 5,02 Meter langes und zwei Meter breites Fahrzeug. Mit einer Höhe von 1,54 Metern ist der Elektro-Ferrari dagegen vergleichsweise hoch.
Statt einer aggressiven Supersportwagen-Optik setzt der Luce auf fließende und vergleichsweise ruhige Formen. Einen wesentlichen Anteil daran hat die Aerodynamik. Der Luftwiderstandsbeiwert soll bei lediglich 0,254 liegen. Die Kabine ist tropfenförmig gestaltet, während die Türgriffe bündig mit der Karosserie abschließen.
Bei den Rädern geht Ferrari dagegen keine Kompromisse ein: Vorne rollen 23-Zoll-Räder, hinten sogar 24-Zoll-Räder.
Klassische Instrumente statt Display-Landschaft
Im Innenraum geht Ferrari einen anderen Weg als viele Konkurrenten. Zwar gibt es digitale Anzeigen, doch deren Gestaltung orientiert sich an klassischen Rundinstrumenten. Die Instrumenteneinheit bewegt sich zudem mit der Lenkung mit.
Der zentrale Bildschirm wirkt weniger wie ein klassisches Touchdisplay, sondern eher wie ein Bedienfeld. Auf einen zusätzlichen Bildschirm vor dem Beifahrer verzichtet Ferrari vollständig.
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Eine besondere Funktion übernehmen die Schaltwippen am Lenkrad. Über die rechte Wippe lässt sich die Kraftabgabe des Antriebs in fünf Stufen regulieren, während links fünf Rekuperationsstufen zur Verfügung stehen. Damit kann der Fahrer beispielsweise beim Einlenken stärker verzögern und beim Herausbeschleunigen die verfügbare Leistung an Grip und Kurvenradius anpassen.
Der Luce ist außerdem kein zweisitziger Sportwagen. Ferrari bringt ihn als Fünfsitzer. Hinzu kommt ein Kofferraum mit knapp 600 Litern Volumen – so viel Stauraum gab es bislang in keinem Ferrari.
Vier Motoren mit bis zu 30.000 Umdrehungen
Technisch besonders interessant ist der elektrische Allradantrieb. Alle vier Aggregate sind permanentmagneterregte Synchronmotoren mit Radialfluss-Technik. Ferrari verwendet dabei unter anderem sogenannte Halbach-Arrays zur Optimierung des magnetischen Flusses.
Die Elektromotoren sitzen unmittelbar an den Rädern. Die beiden vorderen Einheiten leisten jeweils 105 kW, während die beiden hinteren Motoren jeweils 310 kW erreichen. Insgesamt könnten die vier Maschinen damit theoretisch 830 kW bereitstellen.
Auch bei den Drehzahlen geht Ferrari an die Grenzen: Die vorderen Motoren drehen mit bis zu 30.000 U/min, hinten sind bis zu 25.500 U/min möglich.
Durch die vier separat angesteuerten Motoren lässt sich das Drehmoment an jedem einzelnen Rad kontrollieren. Damit verfügt der Luce über ein aktives Torque Vectoring an beiden Achsen.
Vier Fahrprogramme
Über das sogenannte e-Manettino am Lenkrad kann der Fahrer Charakteristik und Leistungsabgabe des Antriebs verändern.
Im Range-Modus wird der Luce zum Langstreckenfahrzeug. Dann stehen 320 kW zur Verfügung, die ausschließlich an die Hinterräder gehen. Die Höchstgeschwindigkeit ist in diesem Programm auf 260 km/h begrenzt.
Der Tour-Modus stellt 460 kW und Allradantrieb bereit. Im Performance-Modus steigt die Leistung auf 725 kW. Erst bei aktivierter Launch Control werden die vollen 772 kW freigeschaltet.
Dann beschleunigt der Luce in 2,5 Sekunden auf 100 km/h und erreicht 200 km/h nach nur 6,8 Sekunden.
Auch akustisch soll der Ferrari nicht vollständig auf Verbrenner-Emotionen verzichten. Ein Sensor registriert die Schwingungen des elektrischen Antriebs, ein Algorithmus wandelt diese Informationen in einen künstlich erzeugten Motorsound um. Dieser lässt sich deaktivieren und steht zudem nicht in jedem Fahrmodus zur Verfügung.
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122-kWh-Akku mit 350-kW-Ladung
Die Batterie basiert auf Pouch-Zellen mit einer Kapazität von jeweils 159 Ah. Zum Einsatz kommen NMC-Zellen mit einer siliziumhaltigen Graphit-Anode. Die Zellen stammen vom koreanischen Hersteller SK On und erreichen eine Energiedichte von 305 Wh/kg.
Insgesamt sind 210 Zellen in Reihe geschaltet. Daraus ergibt sich eine Batteriespannung von rund 777 Volt. Die Zellen sind in 15 Modulen mit jeweils 14 Zellen zusammengefasst und werden flüssig gekühlt.
Die Batterie kann bis zu 830 kW Leistung abgeben und könnte damit theoretisch die maximale Leistung aller vier Elektromotoren bereitstellen. Beim Laden liegt das Limit bei 350 kW. Ferrari verspricht, innerhalb von 20 Minuten Energie für etwa 70 kWh nachladen zu können.
An AC-Ladesäulen sind bis zu 22 kW möglich. Ein integrierter Spannungswandler kann zudem an 400-Volt-Ladepunkten die Spannung auf 800 Volt anheben. An entsprechenden Stationen, etwa bestimmten Tesla-Superchargern, sind damit bis zu 150 kW möglich.
Interessant: Ferrari plant offenbar, die Batteriezellen künftig austauschen zu können, wenn später leistungsfähigere Zellgenerationen mit höherer Energiedichte verfügbar sind.
Technik aus dem F80 und 550.000 Euro Basispreis
Beim Fahrwerk greift Ferrari auf ein aktives System zurück, das vom F80 abgeleitet wurde. Details zur Konstruktion und zur Hinterachslenkung hält der Hersteller bislang allerdings weitgehend zurück.
Für Antrieb, Batterie und Ladesystem gewährt Ferrari eine achtjährige Garantie ohne Kilometerbegrenzung.
Der Einstiegspreis des Luce liegt bei 550.000 Euro. Dabei bleibt es allerdings nicht zwangsläufig: Ferrari bietet umfangreiche Möglichkeiten zur Individualisierung von Außenfarbe und Innenraum an, die den Preis entsprechend weiter erhöhen können.
Mit seinem Konzept positioniert sich der Luce zwischen elektrischem Gran Turismo und Hochleistungs-Sportwagen. Zu den möglichen Wettbewerbern zählen Modelle wie der Porsche Taycan und der Mercedes-AMG GT 4-Türer. Ferrari geht beim Luce allerdings einen eigenen Weg: Statt auf maximale Displayflächen setzt das Unternehmen auf mechanisch wirkende Bedienung, vier einzeln angesteuerte Motoren und eine ungewöhnlich konsequente Verbindung von elektrischer Leistung und fahrerorientierter Abstimmung.
























