Saleen S7 LM: US-Supersportwagen unterm Hammer

Waaaaaas, du kennst den Saleen S7 nicht? Was eine Schande. Ne, Spaß beiseite. Wenn man diesen US-Supersportler noch nie gesehen hat, dann ist das eigentlich nicht sehr verwunderlich. Denn so rasend viele Exemplare haben den Weg nach Deutschland sicherlich nicht gefunden. Wer also den Saleen S7 – dieses komplett von US-Tuner Saleen entwickelte Gerät – noch nicht kennt, der kann im Folgenden seine Bildungslücke schließen. Und wer weiß: Vielleicht können wir ja eine Liebe entfachen, die so groß ist, dass man am 27.02.206 bei der Auktion von RM Sotheby’s auf diesen Saleen S7 LM (einen von drei jemals gebauten) mitbietet und die veranschlagten 900.000-1.100.000 USD (oder mehr?) auf den Tisch legt. Doch nun erstmal zum Objekt der Begierde …

Der zwischen 2000 und 2007 gebaute Saleen S7 verfügt über ein eigens entwickeltes Kohlefaser-Chassis, ein aus dem Rennsport abgeleitetes Fahrwerk sowie einen Mittelmotor. Dadurch ist er sowohl für den Einsatz im Motorsport als auch für dynamische Fahrten auf kurvenreichen Landstraßen bestens geeignet. Angetrieben wird er von einem 7,0-Liter-V8-Biturbo-Motor (427 Kubikzoll), dessen Leistungsdaten es mit den stärksten europäischen Wettbewerbern aufnehmen können. Mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in nur 3,3 Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 320 km/h avancierte er rasch zu Amerikas eindrucksvollstem Supersportwagen.

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Bild: Rasy Ran/RM Sotheby’s

In seinen unterschiedlichen homologierten Rennversionen erwies sich der S7 als äußerst erfolgreich und triumphierte bei bedeutenden Langstreckenrennen wie den 12 Hours of Sebring und den 24 Hours of Le Mans sowie in der IMSA SportsCar Championship. Zwischen 2000 und 2010 erzielte der S7 insgesamt über 100 Gesamtsiege und zahlreiche weitere Podiumsplatzierungen bei offiziellen Motorsportveranstaltungen.

Mit dem Anfang 2017 präsentierten S7-LM-Projekt würdigte Saleen die langjährige Rennsport-Dominanz dieses Modells. Die Produktion des LM war für die Jahre 2017 bis 2019 auf lediglich sieben Fahrzeuge limitiert. Bestehende S7-Eigner wurden persönlich von Saleen ausgewählt, um ihre Fahrzeuge auf LM-Spezifikation umbauen zu lassen. Letztlich entstanden jedoch nur drei Exemplare. Bei dem hier angebotenen Fahrzeug mit der Kennung LM-003 handelt es sich um einen S7 aus später Fertigung, der ursprünglich 2007 fertiggestellt und 2018 erfolgreich auf seine heutige Konfiguration umgerüstet wurde.

Obwohl der serienmäßige S7 bereits zur Spitze der Supersportwagen-Leistungsklasse zählte, steigerte Saleen in der LM-Version die Performance des 7,0-Liter-V8 durch zwei neu entwickelte Turbolader nochmals deutlich. Diese erhalten ihre Kaltluft über ein Carbonfaser-Plenum und einen leichten Aluminiumkrümmer aus dem auf dem Dach integrierten Ansaugkanal. Ab Werk leistet der überarbeitete Motor – abhängig von Kraftstoffwahl und Abstimmung – zwischen beeindruckenden 1.000 PS und nahezu unglaublichen 1.300 PS. Das maximale Drehmoment von 1.152 Nm wird über ein Sechsgang-Schaltgetriebe an die Hinterräder übertragen, womit Geschwindigkeiten von über 386 km/h möglich sein sollen.

Bild: Rasy Ran/RM Sotheby’s

Auch die Aerodynamik wurde optimiert: Ein im Rennsport entwickelter, verstellbarer Doppeldecker-Heckflügel steigert den Abtrieb ebenso wie ein zusätzlicher Heckspoiler, ein Heckdiffusor, Seitenschweller, Lufteinlässe sowie ein geschlossener Unterboden, der die Luftführung durch geteilte Kanäle unterstützt. Die Radhäuser füllen vorn 19-Zoll-Leichtmetallfelgen mit Zentralverschluss und hinten 20-Zoll-Felgen, jeweils bestückt mit Michelin Pilot Super Sport Reifen. Das Fahrwerk setzt auf ungleich lange Doppelquerlenker und Aluminium-Gewindefahrwerke an allen vier Rädern. Für adäquate Verzögerung sorgen rundum Sechskolben-Monoblock-Bremssättel in Kombination mit geschlitzten, zweiteiligen und schwimmend gelagerten Bremsscheiben.

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Fahrer und Beifahrer nehmen in Sparco-Sitzen mit Vierpunktgurten Platz, die mit Alcantara und schwarzem Leder bezogen sind. Auch Dachhimmel, Rückwand und A-Säulen sind in Alcantara ausgeführt. Eine verstellbare Lenksäule, eine Rückfahrkamera, Klimaanlage sowie elektrische Fensterheber erhöhen den Komfort im Innenraum.

Wie andere große Namen des amerikanischen Rennsports wird Steve Saleen als Tuner, Rennfahrer und Automobilkonstrukteur in Erinnerung bleiben, der demonstrierte, was möglich ist, wenn amerikanische Ingenieurskunst und Leistungsstärke zusammentreffen. Seine Kreation präsentiert sich noch heute ebenso außergewöhnlich und faszinierend wie bei ihrer Premiere. Dieses Exemplar hat seit seiner Fertigstellung als LM-003 lediglich 547 Meilen zurückgelegt. Rechnungen aus den letzten Monaten des Jahres 2023 belegen zudem eine umfassende Wartung des Getriebes, einschließlich des Einbaus einer neuen Kupplung und des Austauschs der Antriebswelle – mit Kosten von rund 60.000 US-Dollar.

Bild: Rasy Ran/RM Sotheby’s

Der Wagen wurde 2018 von Saleen auf LM-Spezifikation umgebaut und zählt zu nur drei zwischen 2017 und 2019 gefertigten S7 LM. Mit deutlich über 1.000 PS gilt er als einer der ultimativen amerikanischen Supersportwagen.