Kennst du das Gefühl, wenn ein Auto so brutal beschleunigt, dass dein Kopf kurz eine Pause braucht? Genau das passiert im Lamborghini Revuelto SV. Ich hab’s ausprobiert, und ehrlich: Es ist irre.
Racemodus an, linker Fuß auf die Bremse, rechter aufs Gas, Motor dreht auf 3.000 Touren hoch. Dann lässt du die Bremse los. Vollgas, dazu dieser metallische V12-Schrei im Rücken plus die elektrische Ohrfeige von drei E-Motoren. Für einen kurzen Moment sortiert sich dein Gehirn einfach neu.
Harte Fakten
Zahlen gefällig? 783 kW / 1.065 PS Systemleistung, 1.425 Newtonmeter Drehmoment. Damit ist der SV der stärkste Serien-Lamborghini aller Zeiten. Der 6,5-Liter-Zwölfzylinder bleibt dabei unverändert bei 825 PS – die Extra-Power kommt von drei Elektromotoren und einer neuen 7,3-kWh-Batterie mit zylindrischen Zellen, die bis zu 258 PS extra draufpacken kann.
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Aus Tempo 200 nach 110 Metern auf Null
Das eigentlich Krasse ist aber nicht mal die Beschleunigung. Statt braver Elektronikdämpfer gibt’s im SV rein mechanische Dämpfer, Zug- und Druckstufe einzeln über 14 Klicks einstellbar. Von Hand, ohne Softwaretricks.
Dazu kommt ein neues Sensorpaket direkt aus dem Urus SE Performante: Ein 6D-Sensor checkt permanent, wie viel Grip gerade da ist, und hilft der Bremse, bis zu 10 Prozent kürzer zu stoppen. Im Test ging’s aus 200 km/h nach nur 110 Metern auf null und selbst bei einer harten Bremsung aus über 230 km/h in eine Linkskurve bleibt der Lambo stabil und dosierbar. Tracktool-Niveau, serienmäßig.
Trotz größerer Batterie wiegt der SV trocken weiterhin nur 1.772 Kilo: Carbon-Türtafeln, Rennsitze und leichtere Felgen machen’s möglich. Dazu 80 Prozent mehr Abtrieb dank neuem Frontsplitter, festem Heckflügel und überarbeitetem Unterboden. Und im Stand? Kein hochgejazztes Elektro-Surren, sondern ein ehrliches, mechanisches Grummeln aus zwölf Zylindern. Genau so muss das klingen.
Schade nur, dass so ein Boliden-Erlebnis nicht jeder von uns einfach mal so bucht. Aber falls du sowieso schon vom perfekten Trackday-Auto träumst: Der Revuelto SV zeigt gerade, dass man Handarbeit und High-Tech-Sensorik nicht gegeneinander ausspielen muss. Man kombiniert sie einfach.






