Mercedes-AMG CLE 646 Spezialanfertigung: Der Name ist Programm!

Na, da lagen wir mit der Vermutung, dass Mercedes das zweite Modell der „Mythos“-Reihe zeitnah auf die Straße schickt, doch recht gut, oder? Erst vor wenigen Tagen hatten wir alle Infos zusammengetragen und mal ein paar zaghafte Bilder des kommenden Monsters zaubern lassen. Jetzt zeigt zeigt sich, wie nah wir dran waren.

Zunächst einmal der Name: Das neue Modell aus Affalterbach heißt Mercedes AMG CLE 646 Spezialanfertigung und das zeigt schon recht gut, was uns erwartet. Denn dieser besondere CLE wird zum einen in handarbeitet gefertigt und leistet zum anderen 646 PS und 850 Nm Drehmoment. Der Name ist also Programm.

646 PS und Heckantrieb. Sonst nichts!

Der V8-Biturbo unter der Carbonhaube heißt intern M177 EVO und wurde komplett überarbeitet. Mit Flat-Plane-Kurbelwelle dreht das Ding, dass es eine Freude ist. Die erwähnten 646 PS sowie 850 Nm Drehmoment stehen zwischen 2.500 und 4.500 Touren parat. Nicht der größte Wert im Datenblatt-Vergleich, aber definitiv der Wert, der sich am meisten nach Motorsport anfühlt.

Und jetzt kommt der Clou: Kein Allrad! AMG hat das serienmäßige 4MATIC+-System einfach ausgebaut. Die komplette Power geht ausschließlich an die Hinterachse, mit Sperrdifferenzial und einer in 9 Stufen einstellbaren Traktionskontrolle. Wer Talent hat, dreht damit spektakuläre Drifts. Wer keins hat, produziert Rauch. Beides ist irgendwie geil, und beides solltest du besser nicht auf der Landstrasse ausprobieren, sondern auf der Rennstrecke, für die dieses Auto eigentlich gebaut wurde.

Der Sprint auf 100 km/h geht in nur 3,9 Sekunden, auf 200 km/h dauert es 11,4 Sekunden, und bei 310 km/h ist Schluss. Krawall garantiert dank Akrapovič-Titan-Auspuffanlage, die den Sound völlig ungefiltert raushaut.

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Carbon, wo man hinschaut

Optisch ist der CLE 646 ein einziges Statement. Die Spur wurde vorn und hinten um 60 Millimeter verbreitert, und fast die komplette Aussenhaut ist aus Carbon: Kotflügel, Frontschürze, Heckschürze mit Diffusor, Motorhaube, Dach, sogar der Kofferraumdeckel. Selbst die Heckscheiben sind aus leichtem Polycarbonat statt Glas.

Dazu kommt ein verstellbarer Frontdiffusor, der im Modus „Race“ per Venturi-Effekt ordentlich Abtrieb erzeugt, und ein Heckflügel, den man im Winkel anpassen kann. Zusammen bringt das über 250 Kilogramm Abtrieb bei Topspeed. Ein echtes Tracktool, kein Show-Auto.

Beim Presseauto ist die Lackierung übrigens zweifarbig: vorne Mojavesilber magno, ab der B-Säule Obsidianschwarz magno. Geschmackssache, klar, aber es passt einfach zum kompromisslosen Rest des Autos.

170 Kilo Diät für die Nordschleife

Innen wurde radikal entrümpelt: Rücksitze weg, Dämmmaterial weg, sogar die Einparkhilfe Parktronic musste dran glauben. Dafür gibt’s ultraleichte Rennschalen, Carbon-Türverkleidungen und einen fest verbauten Überrollbügel. Zusammen mit dem Allrad-Verzicht spart das satte 170 Kilogramm, das Leergewicht liegt bei nur noch 1.895 Kilo.

Das Fahrwerk kommt von den Spezialisten bei KW automotive: ein Stahl-Gewindefahrwerk mit 4-Wege-Dämpfertechnologie, komplett einstellbar für jede Rennstrecke. Dazu eine Keramik-Bremsanlage mit goldenen Sätteln und 420-mm-Scheiben vorn. Standfest, brachial, genau richtig für einen Boliden mit diesem Antritt.

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Preis-Hammer? Fehlanzeige, denn: ausverkauft!

Einen Preis nennt Mercedes-AMG gar nicht erst, und zwar aus gutem Grund: Alle 30 Exemplare waren schon vor der offiziellen Weltpremiere weg. Handgefertigt in Affalterbach, streng limitiert, und offenbar so begehrt, dass niemand erst einen Preis abwarten musste, bevor er unterschrieben hat.

Bedauerlich, aber ehrlich gesagt auch total nachvollziehbar: Ein reiner V8-Heckantrieb mit Carbon-Breitbau und diesem Sound, das ist genau die Mischung, die man sich als Enthusiast schon lange gewünscht hat. Wer keinen der 30 Plätze bekommen hat, muss wohl auf den nächsten Mythos-Streich von AMG hoffen.

Ich sag’s dir ganz ehrlich: Dieser CLE 646 ist das geilste, was Affalterbach seit Jahren gebaut hat. Kein Kompromiss, kein Allrad-Sicherheitsnetz, einfach nur Motor, Hinterachse und ganz viel Mut, sowohl bei AMG als auch bei jedem, der sich hinters Lenkrad setzt.

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