Die Abgrenzung zu den Standard-Modellen ist gerade beim neuen BMW M3 deutlich gelungen. Denn auch er trägt jetzt die mächtige Doppel-Niere des Coupés. Wohl kaum ein anderes Detail des neuen Power-Duos aus München wird die Gemüter derart erhitzen. Immerhin: Wer auf dem Fahrersitz Platz nimmt, muss das Gesicht nicht anschauen.

Und es gibt viel Grund zur Freude, wenn man ins Lenkrad greift. Die BMW M-Mannschaft hat tiefgreifende Änderungen in der Chassisstruktur vorgenommen, um die neuen Modelle dynamischer zu machen. Vor allem die Steifigkeit war wichtig und so finden sich praktisch überall an Vorder- und Hinterachse zusätzliche Verstrebungen. Diese direkte Anbindung lässt die adaptiven Dämpfer noch besser arbeiten und ermöglicht zudem eine größere Spreizung von Dynamik zu Komfort.

Um das Potenzial auf die Straße zu bringen stehen sowohl BMW M3 als auch BMW M4 auf extrabreiten Reifen. Vorne sind es 275er-Pneus und hinten sogar 285mm breite, auf Wunsch gibt es besonders griffige Sportreifen. Dazu wurde auch die Spurweite der Hinterachse um 40 Millimeter angepasst. Hierfür musste die Karosserie der Limousine um 7,5 Zentimeter verbreitert werden.

Die zusätzliche Traktion ist auch nötig, denn die Motoren sind ebenfalls deutlich erstarkt. Der doppelt aufgeladene Dreiliter-Sechszylinder kommt in zwei Varianten. Die Normalversion bringt es auf 480 PS und 550 Nm, das Competition-Modell stemmt 510 PS und 650 Nm. Geschaltet wird über eine Achtgang-Automatik mit Heckantrieb.

Trost für Freunde des manuellen Eingriffs: die schwächere Variante wird auch weiterhin auf Wunsch mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe geliefert. Eine für kommendes Jahr versprochene Allrad-Option wird allerdings nur mit dem 510 PS-Automat kombinierbar sein.

Doch selbst mit reinem Heckantrieb beeindrucken die Fahrleistungsdaten. 4,2 Sekunden auf 100 km/h für den Schwachen und nur 3,9 Sekunden für den Competition. Abgeregelt wird bei 250 km/h, optional dürfen es 29 0km/h sein.

Für etwas Irritation sorgt allerdings das Leergewicht der beiden Mustersportler aus München. Denn mit einem EU-Leergewicht von .1800 kg sind sowohl BMW M3, als auch der BMW M4 echte Schwergewichte. Im Vergleich zu den Vorgängermodellen legten beide um mehr als 200 kg zu. Ein Wert, der gerade und Fahrdynamikfreuden für ähnliche Diskussionen wie die Doppel-Niere sorgen dürfte.

Im Interieur hingegen bleibt alles frei von Kontroversen. Man blickt auf das vertraute BMW Virtual Cockpit und einen großen 10,25-Zoll-Navimonitor. Dazu gibt es die BMW M-Tasten am Lenkrad und viele Programmiermöglichkeiten. BMW M Track-Mode, Drift Analyzer und diverse Fahrmodi für Lenkung, Motor, Getriebe und Bremse sind einstellbar.

Bestellbar ist das Duo noch in diesem Jahr, ausgeliefert wird ab April 2021. Mit mindestens 82.500 Euro für den BMW M3 G80 und 89.500 Euro für den stärkeren und besser ausgestatteten BMW M3 Competition sind die Power-Limousinen aus Garching auch in dieser Hinsicht weit vom gewöhnlichen 3er entfernt. Mindestens 84.000 Euro, für das 510 PS starke Competition-Modell werden sogar 91.000 Euro fällig.