Wenn man ein Genre für die Marke smart aussuchen müsste, dann wäre Drama oder Tragödie sicher passend. Mit dem neuen smart EQ fortwo versuchen die Böblinger ein letztes Aufbäumen. Ob das gelingt?

So ein bisschen hat man das Gefühl, dass Daimler smart auf das Abstellgleis geschoben hat. Die Kooperation mit Geely ist in trockenen Tüchern, dort wird in Zukunft der Großteil der Arbeit erledigt und so richtig die Finger will sich niemand mehr schmutzig machen im Schwabenland.

Botox für den smart EQ fortwo

Und so ist auch das Facelift nur sprichwörtlich Kosmetik, denn unter dem Blech hat sich wenig getan. Es gibt ein paar neue Scheinwerfer in LED-Technik vorn und hinten – für den, der Aufpreis zahlt. Im Interieur findet man ein paar neue Ablagen. Und ein neues Infotainment, allerdings muss man da auf die Lieferfähigkeit achten, denn im Konfigurator ist noch das alte System der Vorfacelift-Modelle zu sehen.

Antriebsseitig ist alles beim Alten. Der bekannte 60kW/82PS Elektromotor ist die einzige Wahlmöglichkeit. Auch der Akku ist der bisherige. Knapp 18kWh müssen ausreichen.

125 km Reichweite für die Stadt

So ist es mit der Reichweite dann auch nicht weit bestellt: 125 km geben die Schwaben für den smart EQ fortwo an. Im aktuellen Wintereinsatz dürften es schnell reale 80 km werden. Das ist in der Stadt zwar völlig ausreichend, bei einem Grundpreis von 21.940 Euro aber eben auch abschreckend, wenn Renault seine Zoe für den gleichen Preis verkauft, dort aber mehr als die doppelte Batteriegröße einpackt.

Interessant ist allerdings, dass smart zum Facelift die Preisliste stark verschlankt hat. Neben dem einen Motor gibt es nur noch drei Ausstattungslinien und dazu je drei Ausstattungspakete. Das ist eine charmante Idee.

Die smart-Idee bleibt genial

Wie überhaupt das ganze Auto immer noch charmant ist. Wenig Platzbedarf in der Stadt, überall zu parken, extrem wendig und dank Elektropower auch ausreichend spurtstark. Und Reichweite braucht es in der Stadt eben auch keine große.

Wer also auf den individuellen Verkehr nicht verzichten mag, der sollte sich den neuen smart EQ fortwo noch einmal genau anschauen. Wer weiß was mit der Marke in Zukunft passiert.

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