Hyundai bleibt seiner aktuellen Designstrategie treu: Statt ein bestehendes Modell vorsichtig weiterzuentwickeln, darf eine neue Generation gerne aussehen, als hätte sie mit ihrem Vorgänger kaum noch etwas gemeinsam. Genau diesen Weg gehen die Koreaner beim neuen Tucson. Der kompakte SUV verabschiedet sich von den verspielten Flächen des bisherigen Modells und setzt stattdessen auf klare Linien, scharfe Kanten und eine deutlich kantigere Silhouette.
Das Ergebnis wirkt erheblich robuster. Die fast schon geometrisch gezeichnete Karosserie lässt den Tucson wuchtiger und erwachsener auftreten und rückt ihn optisch näher an klassische Geländewagen heran. Ob viele Besitzer dieses Potenzial jemals jenseits asphaltierter Straßen ausprobieren werden, steht natürlich auf einem anderen Blatt.
Der Tucson macht einen deutlichen Wachstumsschub
Bereits die ersten getarnten Erlkönige ließen vermuten, dass Hyundai dem Tucson bei der neuen Generation ein paar zusätzliche Zentimeter spendieren würde. Dieser Eindruck bestätigt sich nun. Die Karosserie wächst um 6,0 Zentimeter und kommt damit auf eine Gesamtlänge von rund 4,70 Metern.
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Interessant ist vor allem, wo Hyundai den zusätzlichen Platz unterbringt. Der Radstand legt um 3,0 Zentimeter zu und erreicht künftig 2,785 Meter. Davon sollen insbesondere die Passagiere profitieren.
Auch in der Breite legt der Tucson ordentlich nach. Mit nun 1,905 Meter ist die neue Generation 40 Millimeter breiter als bisher. Zusammen mit der kantigeren Karosserie dürfte das nicht nur für einen deutlich satteren Auftritt auf der Straße sorgen, sondern auch das Raumgefühl im Innenraum verbessern.
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Besonders auffällig ist die neu gestaltete Seitenpartie. Größere Fensterflächen lassen die Kabine luftiger erscheinen und machen gleichzeitig deutlich, dass der Tucson insgesamt gewachsen ist. Praktischer Nebeneffekt: Die Fondtüren lassen sich künftig weiter öffnen. Hyundai vergrößert ihren maximalen Öffnungswinkel um zehn Grad auf 83 Grad. Gerade beim Einsteigen, beim Anschnallen von Kindern oder beim Beladen des Fonds dürfte das im Alltag durchaus hilfreich sein.
Mehr Platz auch nach oben
Nicht nur Länge und Breite nehmen zu. Der neue Tucson misst 1.685 Millimeter in der Höhe und überragt seinen Vorgänger damit um 2,0 Zentimeter. Im Fond sollen daraus unter anderem 2,9 Zentimeter zusätzliche Kopffreiheit resultieren.
Optisch nutzt Hyundai die größeren Abmessungen für einen vollkommen neuen Auftritt. Charakteristisch sind vor allem die Lichtgrafiken. Sowohl vorne als auch hinten greift Hyundai ein beleuchtetes H-Motiv auf. Dadurch entsteht eine gewisse visuelle Verbindung zwischen Front und Heck, während sich der Tucson gleichzeitig deutlich von der aktuellen Generation absetzt.
Überhaupt scheint Hyundai beim neuen Modell weniger Wert auf organische Formen und dafür umso mehr auf eine technische, beinahe futuristische Optik zu legen. Die vielen geraden Linien und stark ausgeprägten Kanten passen dabei gut zum robusteren Grundcharakter des Fahrzeugs.
Innenraum mit riesigem Display – aber weiterhin echten Tasten
Noch größer fällt der Sprung im Cockpit aus. Hyundai räumt den bisherigen Innenraum weitgehend leer und richtet das Armaturenbrett auf das neue Pleos-Infotainmentsystem aus.
Im Mittelpunkt steht ein sehr großes Zentraldisplay. Eine konkrete Bildschirmdiagonale nennt Hyundai bislang nicht. Denkbar wäre allerdings eine Lösung ähnlich dem 17-Zoll-System des Grandeur. Damit würde der Tucson einen erheblichen Schritt in Richtung großformatiger Infotainment-Landschaften machen.
Erfreulich ist dabei, dass Hyundai nicht sämtliche Funktionen in den Touchscreen verbannt. Unterhalb des Displays bleibt eine Reihe konventioneller Bedienelemente erhalten. Gerade für häufig benötigte Funktionen dürfte das während der Fahrt wesentlich angenehmer sein als die Bedienung über verschachtelte Bildschirmmenüs.
Auch bei den Instrumenten setzt Hyundai nicht ausschließlich auf den zentralen Bildschirm. Vor dem Fahrer befindet sich weiterhin ein separates, schlankes Digitaldisplay. Es sitzt weit oben auf dem Armaturenbrett und damit unmittelbar im Sichtfeld. Die Anordnung erinnert an andere aktuelle Hyundai-Modelle mit der neuen Softwarearchitektur und könnte sich künftig zu einem wiederkehrenden Merkmal der Marke entwickeln.
Deutlich hochwertigerer Auftritt
Auch bei Materialien und Atmosphäre scheint Hyundai den Tucson stärker in Richtung Premium schieben zu wollen. Perforierte Sitzbezüge, Holzdekore und eine großflächige Ambientebeleuchtung sorgen für einen wohnlicheren Eindruck. Gleichzeitig bleibt das Cockpit vergleichsweise aufgeräumt.
Die Kombination aus großem Zentraldisplay, separatem Fahrerdisplay und weiterhin vorhandenen physischen Schaltern könnte sich dabei als guter Mittelweg erweisen. Der Tucson bekommt die gewünschte digitale Optik, ohne die Bedienung vollständig dem Touchscreen unterzuordnen.
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Technisch hält sich Hyundai allerdings noch bedeckt. Die aktuelle Vorstellung konzentriert sich vor allem auf Design, Abmessungen und Innenraum. Angaben zu Motorisierungen, Hybridvarianten, Leistung, Batterien oder Verbrauch gibt es bislang nicht.
Das dürfte sich jedoch in den kommenden Monaten ändern. Noch im Laufe des Jahres soll der neue Hyundai Tucson zunächst in Korea auf den Markt kommen. Weitere Märkte sollen anschließend folgen. Für die internationale Einführung ist derzeit 2027 vorgesehen.
Damit zeichnet sich bereits jetzt ab, dass der Generationswechsel deutlich umfangreicher ausfällt als ein gewöhnliches Facelift. Der Tucson wird größer, geräumiger, digitaler und vor allem optisch wesentlich kantiger. Hyundai macht aus seinem Bestseller damit einen SUV, der sich kaum mit seinem Vorgänger verwechseln lässt.






