Der Hyundai Bayon war bislang vor allem eines: vernünftig. Ein kompakter Crossover mit ausreichend Platz, überschaubaren Kosten und einer Optik, die irgendwo zwischen Kleinwagen und SUV angesiedelt war. Begeisterungsstürme hat er damit allerdings kaum ausgelöst. Das soll sich mit der zweiten Generation ändern. Hyundai verpasst seinem kleinsten SUV einen deutlich kernigeren Auftritt, mehr Platz und eine umfangreichere Ausstattung. Ein bisschen Suzuki Jimny steckt optisch auch drin. Nur ohne dessen Offroad-Ambitionen.
Dass der Bayon eine Auffrischung dringend nötig hat, zeigen die Zulassungszahlen. Gerade einmal 3.358 Exemplare wurden 2025 in Deutschland neu zugelassen. Bis Ende September 2026 kamen weitere 2.134 Fahrzeuge hinzu. Allein im September verkaufte Hyundai mehr als zehnmal so viele Kona und rund 18-mal so viele Tucson wie Bayon. Das kleine SUV spielt im deutschen Modellprogramm bislang also eher eine Nebenrolle.
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Schluss mit dem hochgelegten Kleinwagen
Mit der zweiten Generation verabschiedet sich Hyundai von der rundlichen Formensprache des Vorgängers. Stattdessen gibt es klare Kanten, eine höhere Front und deutlich ausgeprägtere Radhäuser. Die Motorhaube liegt markanter im Blickfeld, die Überhänge fallen kurz aus und die gesamte Karosserie wirkt breiter und kräftiger.
„Art of Steel“ nennt Hyundai diese neue Designsprache. Dazu gehören eine durchgehende horizontale Lichtsignatur, robuste Kunststoffverkleidungen, angedeutete Unterfahrschutzelemente und eine Dachreling. Die Räder messen je nach Ausstattung bis zu 18 Zoll.
Mit maximal 18,5 Zentimetern Bodenfreiheit ist der Bayon zudem durchaus für schlechte Straßen und unbefestigte Wege gerüstet. Zum echten Geländewagen wird er dadurch natürlich nicht. Dafür fehlt schon der Allradantrieb.
Die N-Line-Variante setzt noch einen drauf. Sie trägt sportlichere Karosseriedetails und zeigt am Heck sogar zwei sichtbare Auspuffendrohre. Ein ungewöhnlich selbstbewusster Auftritt für einen kleinen SUV mit Dreizylindermotor.
4,25 Meter Länge und deutlich mehr Platz
Auch bei den Abmessungen hat Hyundai nachgelegt. Der neue Bayon wächst um 6,5 Zentimeter auf 4,25 Meter Länge. Mit 1,81 Metern ist er außerdem 3,5 Zentimeter breiter als sein Vorgänger. Der Radstand legt um zwei Zentimeter auf 2,60 Meter zu.
Damit rückt er dem größeren Kona ziemlich dicht auf die Pelle. Der misst 4,35 Meter und ist somit nur noch zehn Zentimeter länger.
Für die Passagiere ist das Wachstum erfreulich. Besonders im Fond bietet der neue Bayon mehr Bewegungsfreiheit. Hyundai nennt 93,5 Zentimeter Beinfreiheit. Die Rückenlehnen lassen sich in der Neigung verstellen, dazu gibt es je nach Ausstattung beheizbare Rücksitze, eigene Luftausströmer und eine Mittelarmlehne.
Auch der Kofferraum wird größer. Beim Benziner steigt das Volumen von bisher 411 auf 440 Liter. Der später folgende Vollhybrid muss sich aufgrund seiner zusätzlichen Antriebstechnik mit 397 Litern begnügen.
Für einen kleinen SUV sind das ordentliche Werte. Zumal der Bayon damit nicht nur für den täglichen Arbeitsweg, sondern auch für den Familienurlaub interessant wird.
Zwei 12,3-Zoll-Displays und erfreulich viele echte Schalter
Im Cockpit macht der Bayon ebenfalls einen deutlichen Sprung. Vor dem Fahrer sitzt eine gebogene Displayeinheit mit zwei jeweils 12,3 Zoll großen Bildschirmen. Einer dient als digitales Kombiinstrument, der andere übernimmt Navigation, Medien und Fahrzeugeinstellungen.
Hyundai verzichtet aber darauf, sämtliche Funktionen auf den Touchscreen auszulagern. Für die Klimaanlage gibt es weiterhin eine separate Bedieneinheit mit richtigen Schaltern. Eine Entscheidung, die man im Alltag vermutlich häufiger zu schätzen weiß als die nächste spektakuläre Bildschirmanimation.
Kabelloses Apple CarPlay und Android Auto sind ebenfalls an Bord. Über Digital Key 2.0 lässt sich das Auto mit einem kompatiblen Smartphone oder einer Smartwatch öffnen und starten.
Bei der Materialqualität darf man allerdings keine Wunder erwarten. Vor allem in den unteren Bereichen des Armaturenbretts und an den Türen kommt weiterhin Hartplastik zum Einsatz. Immerhin sollen strukturierte Oberflächen für einen hochwertigeren Eindruck sorgen.
Dafür gibt es auf Wunsch sogar belüftete Vordersitze. In dieser Klasse ist das alles andere als selbstverständlich.
Zwei Benziner zum Start, 138-PS-Hybrid folgt
Beim Antrieb hält Hyundai zunächst an bewährter Technik fest. Zur Markteinführung stehen zwei Varianten des 1,0-Liter-Turbobenziners zur Verfügung.
Die Einstiegsversion leistet 90 PS und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 171 km/h. Darüber rangiert eine Variante mit 115 PS, die bis zu 180 km/h schnell wird.
Beide Motorisierungen lassen sich entweder mit einem manuellen Sechsganggetriebe oder einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe kombinieren.
Später soll ein Vollhybrid folgen. Der kombiniert einen 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner mit einem Elektromotor und kommt auf eine geplante Systemleistung von 138 PS. Die Kraftübertragung übernimmt ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe.
Interessant ist die einstellbare Rekuperation. Über Schaltwippen hinter dem Lenkrad kann der Fahrer beeinflussen, wie stark der Bayon beim Verzögern Energie zurückgewinnt. Alternativ passt das System die Rekuperationsleistung automatisch an die Verkehrssituation an.
Eine rein elektrische Version ist bislang nicht vorgesehen. Wer einen kleinen Elektro-SUV von Hyundai sucht, muss weiterhin zum Inster greifen.
Auch beim Bayon zieht mehr Sicherheitstechnik ein
Bei den Assistenzsystemen orientiert sich der neue Bayon an seinen größeren Geschwistern. Je nach Ausstattung gibt es den Autobahnassistenten 2.0, eine 360-Grad-Kamera, einen aktiven Totwinkelassistenten und den bekannten Totwinkelmonitor.
Letzterer blendet beim Betätigen des Blinkers ein Kamerabild der entsprechenden Fahrzeugseite im digitalen Kombiinstrument ein. Das ist besonders im dichten Stadtverkehr eine praktische Sache.
Außerdem stehen ein Spurfolgeassistent, ein Querverkehrsassistent und eine Einparkhilfe mit automatischer Notbremsfunktion zur Verfügung.
Technische Daten Hyundai Bayon 2027
| Merkmal | Angaben |
|---|---|
| Länge | 4.250 mm |
| Breite | 1.810 mm |
| Radstand | 2.600 mm |
| Bodenfreiheit | Bis 185 mm |
| Kofferraum Benziner | 440 Liter |
| Kofferraum Hybrid | 397 Liter |
| Benziner 1 | 1.0 T-GDI, 90 PS |
| Benziner 2 | 1.0 T-GDI, 115 PS |
| Hybrid | 1.6 GDI Vollhybrid, 138 PS |
| Getriebe Benziner | 6-Gang manuell oder 7-Gang-DCT |
| Getriebe Hybrid | 6-Gang-DCT |
| Antrieb | Vorderradantrieb |
| Höchstgeschwindigkeit | 171–180 km/h (Benziner) |
| Räder | Bis 18 Zoll |
| Marktstart | Voraussichtlich März 2027 |
| Einstiegspreis | Geschätzt rund 25.000 Euro |
Ab März 2027 beim Händler
Die Markteinführung ist für Anfang März 2027 vorgesehen. Offizielle Preise hat Hyundai noch nicht genannt. Erwartet wird ein Einstieg bei etwa 25.000 Euro.
Damit würde der Bayon gegen etablierte Modelle wie den VW T-Cross, Skoda Kamiq, Renault Captur, Toyota Yaris Cross und Kia Stonic antreten.







